Fischaugen, Ziegenhoden und Ekelcocktails – das gehört bei der Essensprüfung im Dschungelcamp auf die Speisekarte. Für viele Kandidaten ist es wohl die größte Überwindung, die fragwürdigen Dschungeldelikatessen zu probieren.
Dabei stehen etwa Insekten in vielen Ländern der Welt ganz normal auf dem Speisezettel und gelten oft sogar als Köstlichkeit. Aber sind Insekten eigentlich lecker? Lesen Sie, welche essbar sind, wie sie zubereitet werden, wie hoch der Nährwert ist und wo man Krabbeltierchen shoppen kann.
Insektenchallenges aus dem Dschungelcamp
Im australischen Dschungel stellen so einige fiese Challenges die Kandidaten auf die Probe. Dabei sorgen vor allem die Essensaufgaben bei den Stars und den Zuschauern für eine Extraportion Ekel. Neben Tierhoden, -augen und -blut landen regelmäßig Insekten auf der Speisekarte der Promis.
So verspeiste Tanja Tischewitsch 2015 bei „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ etwa eine Wasserspinne, während bei Lisa Fitz 11 Jahre zuvor unter anderem Ameisen, eine Made und Mehlwürmer auf dem Teller landeten. 2024 gab es für Kim Virginia und den Influencer Twenty4Tim geröstete Maden und für Heinz Hoenig pürierte Kakerlaken.
Mehr zum ThemaIst es gesund, Insekten zu essen?
Insekten sind für den Ernährungsplan gar keine schlechte Idee, auch wenn sie im Dschungelcamp eher eklig als delikat angerichtet werden. Die Krabbeltierchen sind tatsächlich mega gesund und schmecken teilweise auch ganz gut. So enthalten Insekten etwa ungefähr doppelt so viele Proteine wie Fleisch oder Fisch, sind reich an ungesättigten Fettsäuren und voller Vitamine und Mineralien.
Heuschrecken (lat. Grylloidea) haben beispielsweise 12,9 Prozent Eiweiß, 75,8 Milligramm Calcium und 9,5 Milligramm Eisen pro 100 Gramm. Zum Vergleich: Spinat enthält nur 2,7 Milligramm Eisen pro 100 Gramm.
Kein Wunder also, dass in circa 113 Ländern der Welt mehr als 1.700 Insektenarten zum alltäglichen Essen dazugehören. Beispielsweise lieben mexikanische Kinder mit Schokolade überzogene Heuschrecken.

In manchen Ländern gelten Heuschrecken als Snack
Foto: A. Volz/McPHOTO/blickwinkel/picture alliance
Beliebt sind sowohl Käfer als auch Larven als „Streetfood“. So findet man in Taiwan in der Pfanne gebratene Grillen oder gedünstete Raupen als leckeren Snack.
Ein weiterer Pluspunkt von Insekten als Nahrungsquelle sind die Klimafreundlichkeit und die Nachhaltigkeit. So ist ihr essbarer Anteil an Protein mit 80 Prozent deutlich höher als zum Beispiel beim Rind (40 Prozent).
Welche Insekten sind essbar?
Achtung! Essen sollte man nur solche Insekten, die nicht unter Naturschutz stehen. Weltweit gibt es laut WHO mehr als 2100 essbare Arten. Diese essbaren Insekten sind besonders beliebt:
- Bienenmaden (Galleria mellonella)
- Heimchen (Acheta domesticus)
- Mehlwürmer (Tenebrio molitor)
- Mittelmeergrillen (Gryllus bimaculatus)
- Riesenmehlwürmer (Zophobas morio)
- Steppengrillen (Gryllus assimilis)
- Wanderheuschrecken (Locusta migratoria)
- Wüstenheuschrecken (Schistocerca gregaria)
Zwei dieser Insektenarten sind seit 2021 in der Europäischen Union als Nahrungsmittel zugelassen: der Mehlwurm und die Europäische Wanderheuschrecke.
Eine EU-Verordnung erlaubt den (gekennzeichneten) Zusatz von Mehl aus Grillen, Mehlwürmern und Heuschrecken in vielen Lebensmitteln wie Getreideriegeln, Brot und Brötchen, Frühstückszerealien oder Nudeln.
Essen sollten Sie nur Insekten, die für den menschlichen Verzehr gezüchtet wurden. Selbst gesammelte Insekten gehören nicht dazu. Diese gelten als Wildtiere, die sich auch von Abfällen ernähren und/oder von Parasiten befallen sein können. Das ist nicht gesund.

Mehlwürmer sind als Nahrungsmittel zugelassen
Foto: picture alliance / Laci Perenyi
Wichtig für Kauf und Verzehr von Insekten
Essbare Insekten kauft man frisch oder tiefgekühlt in zertifizierten Webshops oder im Lebensmittelhandel. Durch Einfrieren oder Abkochen werden sie vor dem Verzehr getötet.
Zwar gibt es schon in einigen europäischen Ländern Insektenfarmen, zum Beispiel in den Niederlanden, Spanien, aber auch in Deutschland. Die meisten deutschen Anbieter von Insekten importieren ihre Ware jedoch aus Südostasien oder Kanada.
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Von Insekten aus dem Zoofachhandel oder aus Angelgeschäften raten Verbraucherschützer ab. Hier reichen oft die hygienischen Standards für den menschlichen Verzehr nicht aus. Auch selbst gezüchtete Insekten sollte man aus demselben Grund besser nicht essen. Ebenfalls nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind die Insekten aus im Handel angebotenen Zuchtstationen für zu Hause. Sie dienen nur der Gewinnung von Tierfutter.
Übrigens: Bei online gekauften Insekten greifen die Gewährleistungsrechte des Kunden. Das heißt, dass falsch gelieferte Ware kann in jedem Fall zurückgeschickt werden, unabhängig von der Verderblichkeit der Ware.