Zitronen, Passionsfrüchte, Pfirsiche: Auf den ersten Blick wirken sie wie Obst, auf den zweiten wie sehr ordentlich gemachte Desserts, die Obst sein wollen. In der Vitrine des Verkaufsstands von Amade in der City-Galerie Augsburg liegt Kuchen in Fruchtform, sogenannte „Fruit Cakes“. Bekannt aus sozialen Netzwerken, Pariser Konditoreien und Videos, die millionenfach geklickt wurden.
Ende November hat „Amade Patisserie“ in der City-Galerie eröffnet. Ein kleiner Stand mit zehn Sitzplätzen, einer Kaffeemaschine und einer Glasvitrine, die sofort auffällt. Dahinter: Yavuz Yildirim, 29 Jahre alt. „Wir setzen auf Trends“, sagt er über sein Konzept. Instagram und TikTok habe er deshalb immer im Blick. „Arabisches Trend-Gebäck, Eclairs, verschiedene Tiramisu-Varianten. Die sind gerade sehr angesagt.“ Daneben gibt es auch Simit, Pogaca – türkische Teigtaschen – und Baklava. Für die türkischen Backwaren arbeitet Yildirim mit Lieferanten aus Augsburg zusammen, für die „Fruit Cakes“ mit einem Produzenten aus Köln. Letztere sind der Blickfang – „und der Bestseller“, sagt Yildirim. „Die Leute haben Videos davon gesehen und sind neugierig.“
Fruit Cakes in der City-Galerie Augsburg: Fast 14 Euro für ein Törtchen
Während er das erzählt, stehen Julia Schmid und Kuba Weiß vor der Vitrine. Sie überlegen, welche „Früchte“ sie probieren sollen. Am Ende werden es Passionsfrucht, Pfirsich und Mango. Knapp 42 Euro zahlen sie dafür. Ein einzelnes Törtchen kostet bei Amade 13,90 Euro. Ganz schön teuer? Kuba Weiß lacht. „Wir sind auch gespannt, ob sie das wert sind“, sagt der 25-Jährige. „Aber wir wollen es selbst probieren.“ Julia Schmid verfolgt das „Original“, wenn man so will, schon länger auf Instagram: den Pariser Patissier Cédric Grolet, der allein auf Instagram mehr als 13 Millionen Follower hat.
Bereits 2012 begann der Pariser Star-Konditor, seine Törtchen in Fruchtform zu gießen. Zunächst blieb das eine lokale Besonderheit. Mit der Zeit aber verbreitete sich die Idee über soziale Medien – und schließlich passierte das, was man heute landläufig „viral gehen“ nennt: Videos wurden millionenfach geteilt, Nachahmer folgten, und der Stil wurde zum globalen Trend.
Amade ist nicht der erste Anbieter von Fruit Cakes in Augsburg
Yildirim und sein Team sind nicht die Ersten, die die viralen Früchte nach Augsburg bringen. Auch Haci Öztürk, Inhaber des Ali Baba Kebaphauses am Königsplatz, hatte sie zeitweise im Sortiment. Allerdings nur vorübergehend. „Das war für uns sehr teuer in der Anschaffung“, sagt Öztürk. Und außerdem: „Der Hype ist schon wieder vorbei“, glaubt er.
Yildirim sagt: Trends kämen und gingen, aber Neugier bleibe. „Die Leute wollen immer Neues ausprobieren.“ Amade will das nun in der City-Galerie anbieten.
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Daniela de Haen
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