Steinhagen/Kreis Gütersloh. Birgit Lutzer wird von Ende April an mehrere Naturschutzverbände im Jagdbeirat des Kreises Gütersloh vertreten. Die Steinhagenerin ist selbst Mitglied im Kreisvorstand des BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland). Ihre Amtszeit läuft fünf Jahre. Die Entscheidung fiel vor einigen Tagen.

„Mit dieser Personalie verfolgen insbesondere die hiesigen BUND-Mitglieder das Ziel, den konstruktiven Dialog zwischen Naturschutz, Jägerschaft und Verwaltung zu stärken“, heißt es in einer Pressemitteilung. Im Jagdbeirat vertritt Birgit Lutzer außerdem die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) sowie den Naturschutzbund Deutschland (NABU).

In den vergangenen Wochen hatten Lutzer und der BUND eine intensive Debatte über Treibjagden ausgelöst. Anlass war eine Treibjagd, die Mitte Dezember in Steinhagen stattgefunden hatte. „Die Diskussionen wurden emotional geführt und fanden sowohl in der Region als auch im Internet große Resonanz“, berichtet Birgit Lutzer. Im Gespräch mit dem „Haller Kreisblatt“ hatte der Steinhagener Hegeringleiter Frank Meise zu den Vorwürfen des BUND ausführlich Stellung genommen und dessen Vorstandsmitglied Lutzer zu einem persönlichen Gespräch eingeladen.

Steinhagenerin sieht Austausch mit Jägern als Chance


Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland fordert eine "verantwortungsvolle Jagdpraxis". - © Pixabay

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland fordert eine „verantwortungsvolle Jagdpraxis“.
| © Pixabay

Lutzer erklärt: „Die Diskussionen zeigen, wie emotional und kontrovers das Thema Jagd wahrgenommen wird.“ Aktuelle Berichte – etwa über eine Schliefenanlage in Lemgo, in der Füchse zu Trainingszwecken von Jagdhunden durch ein Tunnelsystem getrieben werden – hätten die Gräben zwischen Tierschützern sowie Teilen der Jägerschaft weiter vertieft, fährt sie fort.

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„Viele Menschen sehen solche Praktiken wegen des Tierleids kritisch, während andere sie als normalen Teil ihrer Jagdausübung verstehen“, sagt die Steinhagenerin. Diese unterschiedlichen Sichtweisen führten immer wieder zu Konflikten. Was die Jagdhundeausbildung im Kreis Gütersloh betrifft, setzte sich die Umweltschützerin telefonisch mit dem Obmann Jagdgebrauchshundewesen der Kreisjägerschaft Gütersloh in Verbindung. Sie berichtet: „Seiner Auskunft nach werden hier die Jagdhunde ohne direktes Einbeziehen von Wildtieren zum Beispiel mit künstlich ausgelegten Fährten ausgebildet.“

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Birgit Lutzer hält gerade bei aufeinanderprallenden Positionen den direkten persönlichen Kontakt für besonders wichtig: „Sich mit allen Akteuren an einen Tisch zu setzen, einander kennenzulernen und die unterschiedlichen Perspektiven auszutauschen, ist aus meiner Sicht der richtige Weg.“ Der Jagdbeirat biete dafür eine geeignete Plattform. „Dort kommen Vertreter aus Verwaltung, Jägerschaft, Naturschutz und weiteren gesellschaftlichen Gruppierungen zusammen. Sie beraten über Fragen rund um Jagd, Wildtierschutz und den Umgang mit natürlichen Lebensräumen“, begründet die Aktivistin ihr Engagement in dem Gremium.

Tierschutz und Jagd: Wie passt das zusammen?

Der BUND setzt sich seit vielen Jahren für einen naturverträglichen Umgang mit Wildtieren, den Schutz von Lebensräumen sowie den Verzicht auf die Tiere unnötig belastende Jagd- und Ausbildungsformen ein. Mit der Entsendung in den Jagdbeirat möchte die Kreisgruppe Gütersloh diese Anliegen künftig direkt in die fachlichen und politischen Diskussionen einbringen, heißt es in der Pressemitteilung. „Denn Naturerhalt, Tierschutz und eine verantwortungsvolle Jagdpraxis müssen zusammen gedacht und umgesetzt werden.“

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