Bielefeld. Der Schnee war angekündigt, und viele Bielefelder haben sich im Berufsverkehr darauf eingestellt. Dennoch ist am Montagmorgen, 26. Januar, an vielen Stellen in der Stadt Geduld gefragt. Auch und gerade auf den Bergstrecken kommen Fahrer und Fahrzeuge an ihre Grenzen. Auf den Autobahnen A2 und A33 rund um Bielefeld hat sich seit 10 Uhr die Lage deutlich entspannt. Die Polizei Bielefeld meldete am Morgen (Stand. 10.50 Uhr) etwa 30 Unfälle im Stadtgebiet, dabei sollen glücklicherweise nur zwei Personen leicht verletzt worden sein.

Die ersten Unfallmeldungen erreichten die Leitstellen von Feuerwehr und Polizei kurz nach 6 Uhr. Etwa um 6.20 Uhr war ein Auto an der Bekelheider Straße in Windflöte in den Graben gerutscht. Eine Person wurde hierbei leicht verletzt, berichtet Polizeisprecher Fabian Rickel. Um 7.20 Uhr rutschte an der Spandauer Allee ein Linienbus in einen geparkten Pkw – zum Glück nur leichter Sachschaden auf beiden Seiten. Gegen 10 Uhr prallten ein Lkw und ein Pkw an der Herforder Straße (Höhe Wallbrede) gegeneinander. Zum Glück gab es auch hier keine Verletzten zu beklagen.


Cleverer ist womöglich heute der Weg per Schlitten durch die Stadt -- hier am Siegfriedplatz. - © Sarah Jonek

Cleverer ist womöglich heute der Weg per Schlitten durch die Stadt — hier am Siegfriedplatz.
| © Sarah Jonek

Auf den ostwestfälischen Autobahnen gab es lange an diesem Vormittag Schwierigkeiten. Bis 7.50 Uhr hatten sich hier zehn Unfälle ereignet (zwei Personen wurden leicht verletzt). Doch am Vormittag geht es zumindest im Bereich Bielefeld „fast wieder normal voran“, heißt es. Lediglich weiter Richtung Norden, kurz vor Herford, stocke es noch.

Auto mit Schwangerer rammt zehn Elemente Mittelschutzplanke

Im morgendlichen Berufsverkehr war das Durchkommen deutlich schwieriger. Auf der A2 zwischen Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück hatte es einen Unfall gegeben. Hier wurde eine schwangere Autofahrerin leicht verletzt. Die Polizei musste eine Fahrspur sperren. Der Wagen der Frau war offenbar über eine längere Strecke gegen die Mittelleitplanke gerutscht. Insgesamt zehn Elemente der Schutzplanke wurden beschädigt.

Auf der parallel zur A2 verlaufende L751 von der Detmolder Straße (B66) in Richtung Süden hat sich die Situation ebenfalls entspannt. Morgens hatte es Wartezeiten von einer Stunde bis zum Kreuzkrug in Schloß Holte-Stukenbrock gegeben. Gegen 10 Uhr war zudem noch ein Lkw auf der Lageschen Straße (B66) auf Höhe des Ostrings in einen Graben gerutscht. Weiter Richtung Scherenkrug-Kreuzung machte ein weiterer Lkw Probleme.

Auch auf der A33 ging es gut zwei Stunden zwischen dem Kreuz Bielefeld bis zum Kreuz Wünnenberg-Haaren ebenfalls nur langsam voran. Gegen 6.20 Uhr prallte ein Wagen zwischen den Anschlussstellen Sennelager und Schloß Neuhaus (Kreis Paderborn) gegen ein Verkehrsschild. Gegen 8.30 wurde ein Unfall hinter der Anschlussstelle Stukenbrock-Senne (beides Fahrtrichtung Paderborn) gemeldet, der Auswirkungen auf alle Fahrspuren gehabt haben soll. Später kam noch ein Unfall in Fahrtrichtung Osnabrück zwischen dem Kreuz Bielefeld und der Anschlussstelle Bielefeld-Zentrum dazugekommen.

Mobiel meldet Beeinträchtigungen auf nahezu allen Linien

Die Bielefelder Verkehrsbetriebe Mobiel meldeten am Morgen auf einer Vielzahl von Linien Verspätungen und Fahrtausfälle auf zahlreichen Linien. ÖPNV-Nutzer sollten sich vor Fahrtantritt unbedingt informieren, ob sie auf diesem Weg am Montagmorgen zum Ziel kommen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Umweltbetriebes sind seit 4 Uhr morgens im Volleinsatz, wie Malin Stuckmann, Sprecherin des Umweltbetriebes, auf Nachfrage mitteilt. Zunächst seien die Hauptverkehrsstraßen, die Straßen der Streustufe I, gestreut worden. Ab 7 Uhr konnten weitere wichtige Verkehrsachsen in Bielefeld geräumt werden. Seit 10 Uhr seien die Kolleginnen und Kollegen auch auf Strecken der Streustufe III im Einsatz. Da es weiterhin schneie, seien die Betriebsmeister auf Kontrollfahrten unterwegs, um die Räum- und Streudienste dementsprechend zu dirigieren.


Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Schneefall bis in den Mittagsstunden. - © Screenshot: NW

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Schneefall bis in den Mittagsstunden.
| © Screenshot: NW

Bereits am Samstagmorgen, 24. Januar, stellte sich die Situation in Bielefeld entspannt dar. Nach Glatteiswarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist die Verkehrssituation in Bielefeld ruhig. Auch am Sonntag, 25. Januar, teilt die Leitstelle der Polizei mit, dass es in der Nacht und den Morgenstunden keine unfallbedingten Einsätze gab.

Der DWD hatte Warnungen für Bielefeld herausgegeben. Glatteisgefahr bestand laut DWD in Bielefeld am Freitagnachmittag, 23. Januar, bereits ab 17 Uhr nachmittags. Alle Verkehrsteilnehmer sollten ihr Verhalten im Straßenverkehr den Wetterverhältnissen anpassen, so die Empfehlung.

Ab Mitternacht galt dann am 24. Januar die erhöhte Warnstufe vor „markanter Glätte“ aufgrund von gefrierendem Regen. Sogenanntes Blitzeis könnte sich bilden.

Polizei Bielefeld verzeichnet eine unfallfreie Eis-Nacht


Durch überfrierende Nässe oder gefrierenden Regen bei eiskalten Böden kann in Bielefeld blitzartig Glatteis entstehen. - © Barbara Franke

Durch überfrierende Nässe oder gefrierenden Regen bei eiskalten Böden kann in Bielefeld blitzartig Glatteis entstehen.
| © Barbara Franke

Die Leitstelle der Polizei Bielefeld teilte auf Anfrage von nw.de am Samstag und am Sonntag mit, dass es in der Nacht und den Morgenstunden keine Unfälle oder Glatteiseinsätze gab.

Auch wenn die Straßensituation aufgrund starker Streueinsätze im Griff scheint, sollten Spaziergänger auf glatte Böden achten, zum Beispiel auf Parkplätzen oder Einfahrten.

Die Handlungsempfehlungen des Wetterdienstes bei Glatteiswarnung sind: Nicht notwendige Aufenthalte im Freien sowie Fahrten sollten vermieden werden. Wo das nicht möglich ist, sollte das Verhalten im Straßenverkehr angepasst werden. Verzögerungen und Behinderungen seien einzuplanen.

Glatteis in Bielefeld: Wer entscheidet, ob die Schule ausfällt?


Ab 17 Uhr wird es wieder glatt in Bielefeld, gefrierender Regen kann die Lage in der Nacht weiter verschärfen. Die DWD-Karte zeigt den betroffenen Bereich an. - © Screenshot: DWD/cpa (23. Januar)

Ab 17 Uhr wird es wieder glatt in Bielefeld, gefrierender Regen kann die Lage in der Nacht weiter verschärfen. Die DWD-Karte zeigt den betroffenen Bereich an.
| © Screenshot: DWD/cpa (23. Januar)

Zuvor hatte der DWD am 23. Januar bereits eine kurzfristige Warnung in den Morgenstunden herausgegeben, die bis 9 Uhr ebenfalls vor markanter Glätte und gefrierendem Regen warnte. Später wurde die Warnung bis 11 Uhr verlängert. Die Polizeileitstelle berichtete bis 7 Uhr von lediglich zwei kleineren Unfällen im Zusammenhang mit Glatteis.

Bei mehreren Glatteis-Unfällen auf der eisglatten A44 sind unterdessen am frühen Freitagmorgen, 23. Januar, in direkter Nachbarschaft des Kreises Paderborn drei Menschen ums Leben gekommen. Laut Polizei sollen sich innerhalb kurzer Zeit 17 Unfälle ereignet haben.

Glatteis in OWL: Drei Tote bei Unfallserie auf eisglatter A44 im Kreis Paderborn – Vollsperrung