TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Berlin – Angriffe auf Juden sind in der Hauptstadt erschreckender Alltag – und es wird immer schlimmer. Das belegen noch unveröffentlichte Zahlen, die der BILD vorliegen.

Im vergangenen Jahr gab es in Berlin 2122 politisch motivierte Straftaten im Bereich Antisemitismus, darunter 60 Gewaltdelikte. Eine deutliche Steigerung gegenüber den ohnehin schon hohen Vorfällen in den Vorjahren: 2023 verzeichnete die Berliner Polizei 901 dieser Straftaten, 2024 bereits 1622.

Auch in einer anderen Kategorie der politisch motivierten Kriminalität (PMK) gab es enorme Zuwächse: Vergangenes Jahr wurden in Berlin 1402 Straftaten erfasst, die einer „ausländischen Ideologie“ zugerechnet werden. Davon waren 47 Gewaltdelikte. In dieser Kategorie werden von der Polizei hauptsächlich Straftaten mit Türkei-Bezug erfasst (PKK, Kurden). 2023 waren es diesbezüglich 437 Straftaten, 2024 wurden 945 Straftaten registriert.

Mehr zum ThemaCDU will antisemitische Demos verbieten

Diese Zahlen nennt die Innenverwaltung in einer Antwort auf eine Parlamentarische Anfrage des CDU-Abgeordneten Timur Husein (45). Der Politiker zu BILD: „Die Entwicklung der Zahlen ist dramatisch, aber nicht überraschend. Wenn Politiker antisemitische Demonstrationen anmelden und ungeschoren davon kommen, dann fühlen sich bestimmte Kreise in ihren antisemitischen Haltungen und Angriffen bestätigt und ermutigt.“

Die CDU-Fraktion wolle deshalb das Versammlungsrecht verschärfen, um antisemitische Demonstrationen verbieten zu können – aus denen resultiere ein großer Teil der Straftaten.