Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Freundschaftliche Atmosphäre bei Gesprächen? „Wohl kaum“
Aktualisiert am 26.01.2026 – 12:23 UhrLesedauer: 58 Min.
Kremlchef Wladimir Putin (l.) und sein Sprecher Dmitri Peskow: Der Kreml sieht die Ukraine-Gespräche noch ganz am Anfang. (Quelle: Grigory Sysoyev/dpa)
Russland erwartet keine schnellen Ergebnisse bei Ukraine-Gesprächen. Estlands Außenminister kritisiert Altkanzler Schröder. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Der Kreml sieht die Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA über ein Ende des Krieges noch ganz am Anfang. „Es wäre falsch, mit großer Ergebnisträchtigkeit zu rechnen“, kommentierte Kremlsprecher Dmitri Peskow ein erstes Treffen, das am vergangenen Wochenende in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfand.
Es gehe um schwierige Themen, sagte Peskow in Moskau der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. „Aber allein die Tatsache, dass diese Kontakte konstruktiv begonnen haben, muss man positiv sehen.“
Bei den ersten direkten Verhandlungen der Kriegsparteien seit Monaten wurde nur vereinbart, das Gespräch nach einer Woche fortzusetzen. Ein Termin steht bislang nicht fest. Peskow widersprach Berichten von US-Vertretern, dass zwischen den beteiligten Ukrainern und Russen eine fast freundschaftliche Atmosphäre geherrscht habe. „Das ist im jetzigen Stadium wohl kaum möglich“, sagte er.
Zum Schutz kritischer Unterwasser-Infrastruktur richtet der finnische Grenzschutz gemeinsam mit anderen Ostsee-Anrainern und der EU-Kommission ein maritimes Überwachungszentrum ein. Dieses Zentrum solle im Finnischen Meerbusen entstehen, teilte die Behörde am Montag mit. Die zuständigen Stellen müssten in der Lage und befugt sein, in den Hoheitsgewässern und der ausschließlichen Wirtschaftszone einzugreifen.
Der Ostseeraum ist seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 in erhöhter Alarmbereitschaft. Hintergrund sind mehrere Vorfälle, bei denen Stromkabel, Telekommunikationsverbindungen und Gaspipelines beschädigt wurden. Die Nato hat ihre Präsenz in der Ostsee inzwischen mit Fregatten, Flugzeugen und Drohnen verstärkt.
In der südrussischen Stadt Slawjansk-na-Kubani sind örtlichen Angaben zufolge nach dem
Absturz von Drohnenfragmenten Brände in zwei Betrieben ausgebrochen. Eine Person wurde dabei verletzt, wie das regionale Notfallzentrum mitteilt. Um welche Unternehmen es sich genau handelt, lässt die Behörde offen. In der Stadt befindet sich unter anderem eine private Raffinerie, die auch für den Export produziert. Das russische Verteidigungsministerium gibt den Abschuss von 40 ukrainischen Drohnen in der Nacht bekannt, davon 34 in der Region Krasnodar, wo Slawjansk-na-Kubani liegt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja haben sich in der litauischen Hauptstadt Vilnius getroffen. Selenskyj habe sie bei dem Treffen zu einem Besuch nach Kiew eingeladen, schrieb die im Exil lebende Tichanowskaja bei Telegram.
