MMA-Kämpferin Alina Dalaslan kehrt Ende des Monats mit Heimvorteil in den Käfig in die Schleyerhalle nach Stuttgart zurück. Im Interview verrät sie, was sie von der Stadt hält.

Die ungeschlagene MMA-Kämpferin Alina Dalaslan gilt in Deutschland als eines der größten Talente des Sports. MMA steht für Mixed Martial Arts – „gemischte Kampfkünste“. Am 31. Januar steigt sie in der Schleyerhalle wieder in den Käfig – vor heimischer Kulisse. Denn die 25-Jährige Vollkontakt-Kampfsportlerin hat viele Jahre ihres Lebens in Stuttgart verbracht, bevor sie aus sportlichen Gründen nach Balingen zog. Im Interview erzählt sie, wie es ist, plötzlich berühmt zu sein – und was sie an Stuttgart schätzt und was eher nicht so.

Frau Dalaslan, ihr letzter Kampf wurde bei RTL im Free-TV live übertragen. Werden Sie auf der Straße erkannt?

Das kommt inzwischen schon des Öfteren vor. Aber ich kann mich schon noch frei bewegen, ich bin ja kein Hollywoodstar oder so. (lacht) Bis jetzt habe ich mich eigentlich immer darüber gefreut, wenn jemand ein Autogramm oder ein Selfie wollte. Manchmal spürst du auch, dass dich die Leute so ein bisschen beobachten.

Sie haben lange Zeit in Stuttgart gewohnt. Warum sind Sie nach Balingen gezogen?

Ich bin erst mit 18 wegen meines Studiums nach Stuttgart gekommen. Ich habe in Vaihingen gearbeitet und in Bad Cannstatt sowie später in Zuffenhausen gelebt – insgesamt sechs Jahre lang. Weggezogen bin ich eigentlich nur, weil ich das Gym gewechselt habe, als meine Profi-Karriere 2025 Fahrt aufgenommen hat.

Wie blicken Sie auf die Zeit im Kessel zurück?

Grundsätzlich habe ich mich hier mega wohl gefühlt. Am Anfang meiner Zeit hier war leider Corona, da konnte man natürlich fast nichts machen. Aber auch da habe ich mich schon gerne draußen aufgehalten, ich mochte die Aussicht vom Killesberg, der Uhlandshöhe oder vom Bismarckturm.

Was gefällt Ihnen hier weniger?

Der Verkehr, die Blitzer, dass es keine Parkplätze gibt – das ist in Balingen so schön, da gibt es keinen Stress auf der Straße. Trotzdem ist Stuttgart eine coole Stadt – eine Großstadt, aber nicht zu groß.

Sie wurden in einem Interview mal gefragt, ob Ihr Herz für den VfB oder für Fenerbahçe schlägt, als es zum Duell kam. Sie fanden die Frage fies, weil Sie eine Beziehung zu Stuttgart haben und Ihr Vater-Fenerbahçe-Fan ist.

Ehrlich gesagt, war ich in Stuttgart noch nie im Stadion. Das werde ich dieses Jahr noch nachholen, ich habe eine Einladung von einer Freundin. Dann drücke ich natürlich dem VfB die Daumen.

Nur etwa eine Woche bis zum Kampf – wie darf man sich den Alltag eine Profi-Kampfsportlerin vorstellen?

Der besteht in der Vorbereitung aus zwei bis drei Trainingseinheiten am Tag, jeweils für etwa 1,5 Stunden, aber manchmal hänge ich noch eine Stunde dran. Mittags dann manchmal ein Powernap und viel kochen und essen.

Welcher Verzicht fällt Ihnen besonders schwer?

Also das Partymachen ist komplett weggefallen. Schade ist es manchmal auch, nicht auf coole Events gehen zu können, auf die ich seit den sportlichen Erfolgen eingeladen werde und wo man berühmte Leute kennenlernt, die man sonst nicht kennenlernen würde. Ernährungstechnisch muss ich mich bei meinem Trainingspensum zum Glück nicht einschränken – außer in der Kampfwoche, in der man das Gewicht halten muss.

Sie sind bis jetzt ungeschlagen, ein Titelkampf bei Ihrer Organisation, Oktagon MMA, rückt immer näher. Was trauen Sie sich zu?

Ich bin ja noch nicht so lang bei den Profis, und dafür läuft es ja schon ziemlich gut. Ich sehe da noch viel Potenzial nach oben. Ich hatte auch immer den Eindruck, dass meine bisherigen Gegnerinnen noch motivierter gegen mich gekämpft haben als sonst, weil ich eben noch ungeschlagen bin.

Bleibt das in Stuttgart Ende Januar so? Karolina Sobek ist eine erfahrene Kämpferin, die bei Bellator, PFL und anderen namhaften Kampfsportorganisationen gekämpft hat.

Was diesmal anders ist: Ich kämpfe zum ersten Mal gegen eine Gegnerin, die eine Grapplerin (eine Ringerin, Anm. d. Red) ist. Ich komme ja ursprünglich aus dem Kickboxen und fühle mich im Stand am wohlsten. Trotzdem möchte ich den Kampf auf jeden Fall wieder vorzeitig beenden, durch Technischen K.o. oder K.o.

Seit ihrem ersten Profikampf, als sie noch nicht so bekannt waren, kehren Sie wieder in die Schleyerhalle zurück. Wie fühlt sich das an?

Super! So viele Freunde, Familie und Leute, die ich kenne, werden da sein. Früher habe ich dort jahrelang einen Nebenjob als Security gehabt und kenne da auch noch viele von damals. Wieder zuhause zu kämpfen, ist schon noch mal was anderes.

Bei Ihrem letzten Kampf in Frankfurt sind Sie zusammen mit Rapperin Shirin David eingelaufen. Wie kam es dazu – und wird sie Sie in Stuttgart wieder unterstützen?

Shirin hat mich damals angeschrieben, wir hatten etwas Kontakt, und daraufhin habe ich ihr das vorgeschlagen, ich kannte sie vorher gar nicht persönlich. Ich glaube, sie ist ein bisschen ein Kampfsportfan und hat meine Kämpfe verfolgt. In Stuttgart ist sie beim Walkout aber nicht dabei.

OKTAGON 83 wird am 31. Januar ab 17.25 live auf RTL+ aus der Schleyer-Halle übertragen.