Die Weltmarktpreise für Öl und Gas sind im freien Fall. Der Chef der Internationalen Energieagentur rät Europa, diese historische Chance zu nutzen – gegenüber den USA.
26. Januar 2026, 12:47 Uhr
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Fatih Birol, Vorsitzender der IEA, analysiert die geopolitischen Einflüsse auf die Energiewirtschaft. Trumps Fokus auf Öl und Gas wirbelt den Markt auf. Erneuerbare Energien bleiben trotzdem relevant, aber ihr Wachstum wird sich verlangsamen. Niedrige Gaspreise bieten Europa eine Atempause, doch langfristig müssen alternative Energiesysteme aufgebaut werden. Die Machtverhältnisse verschieben sich, Europa kann als Abnehmer von Flüssiggas profitieren und geopolitische Strategien beeinflussen.
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So schön die Farben dieses Ölflecks auch sind: Dem Klima wäre am meisten geholfen, wenn Öl nicht ans Tageslicht gerät.
© Alexander Blair/Getty Images
Fatih Birol ist seit elf Jahren Vorsitzender
der Internationalen Energieagentur der OECD in Paris, zuvor war er deren
Chefökonom. Einmal im Jahr legt die IEA die Bibel der Energiewirtschaft vor, den „Weltenergie-Ausblick“, der die globalen
Energiemärkte analysiert.
DIE ZEIT: Herr Birol, US-Präsident Donald Trump will niedrige Energiepreise. Erst jüngst ließ er den Präsidenten Venezuelas entführen und will nun, dass US-Konzerne die Ölvorkommen des Landes erschließen. Was bedeutet das für die Energiekonzerne?
Fatih Birol: Noch nie haben geopolitische Entscheidungen die Energiewirtschaft so stark beeinflusst wie aktuell. Sie war zwar schon immer politisiert, aber früher ging es bei den Verhandlungen zwischen Firmen und Regierungen um Angebot und Nachfrage. So entstand der Preis. Jetzt aber dreht sich fast alles um Geopolitik. Die Preisfrage rückt in den Hintergrund.