Immer mehr Gewerbemieter beleben die denkmalgeschützten „Gebauer Höfe“ zwischen der Franklinstraße und der Spree in Berlin-Charlottenburg. Als 36. Unternehmen zieht bald eine Marketingagentur ins neue gläserne Bürohaus „Julius“. Die Höfe hatte der Textil- und Maschinenfabrikant Friedrich Gebauer in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bauen lassen und dort zeitweilig mehr als 1000 Menschen beschäftigt. Heute gehört das Areal der Immobiliengesellschaft GSG Berlin.

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Bei einem Rundgang zeigte Geschäftsführer Sebastian Blecke dem Tagesspiegel, wie es vorangeht. Die interessanteste Neuigkeit außerhalb der wirtschaftlichen Entwicklung ist ein geplanter Wander- und Radweg. Er wird als Teil eines kilometerlangen öffentlichen Spreeuferwegs angelegt und nördlich bis zur Gotzkowskybrücke reichen. Der Eröffnungstermin steht noch nicht fest.

Das denkmalgeschützte Gewerbequartier Gebauer Höfe in Berlin-Charlottenburg wurde vom Eigentümer GSG um Neubauten ergänzt und ist fast voll vermietet. Das denkmalgeschützte Gewerbequartier Gebauer Höfe in Berlin-Charlottenburg wurde vom Eigentümer GSG um Neubauten ergänzt und ist fast voll vermietet. Geschäftsführer Sebastian Blecke zeigte dem Tagesspiegel, wie es vorangeht.

© Cay Dobberke

Das denkmalgeschützte Gewerbequartier Gebauer Höfe in Berlin-Charlottenburg wurde vom Eigentümer GG um Neubauten ergänzt und ist fast voll vermietet. Eine bisherige Baustraße am Spreeufer will die GSG bis Ende März entfernen und danach als Wanderweg gestalten.

© Cay Dobberke

Die Mieterschaft der fast 36.000 Quadratmeter Fläche in den Höfen ist bunt gemischt. Hier befinden sich etwa die Kampfkunstschule des mehrfachen Weltmeisters André Mewis, ein Fitnessstudio, ein Tennis-Shop und ein Laden für Künstlerbedarf. Auch ein Modelabel und ein Parfumvertrieb haben hier ihre Büros. Außerdem sind Ton-Synchronstudios und der Cyber Innovation Hub, in dem die Bundeswehr mit Start-ups kooperiert, in den Höfen angesiedelt. Für Veranstaltungen kann ein großer Saal gemietet werden.

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Geschäftsführer Blecke sieht in der Entwicklung ein Beispiel dafür, wie historische Industrie-Baukultur mit modernen Nutzungen vereint werden kann. Gerne erinnert er daran, wie innovativ schon Friedrich Gebauer war: Mit „zukunftsweisenden Konstruktionen“ sei der Unternehmer zum Gründer des deutschen Maschinenbaus für Textil-Veredelungen geworden.