„Einmaliger Vorgang“
Mega-Belohnung nach Strom-Anschlag in Berlin
Aktualisiert am 26.01.2026 – 15:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Einsatzkräfte der Polizei an der angezündeten Kabelbrücke vor dem Kraftwerk Lichterfelde (Archivbild): Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen übernommen. (Quelle: Michael Kappeler/dpa)
Wer steckt hinter der sogenannten „Vulkangruppe“? Der Bund hat jetzt übereinstimmenden Medienberichten zufolge eine hohe Belohnung ausgesetzt.
Laut Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat der Bund eine Million Euro als Belohnung für Hinweise ausgelobt, die zu den Verantwortlichen für den Anschlag auf die Stromversorgung im Berliner Südwesten Anfang Januar führen.
Wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten, sagte Spranger am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses: „Das stimmt, das ist vom Bund entsprechend gemacht worden.“ Die Senatorin sprach demnach von einem „einmaligen Vorgang“. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass der Bund in so einer Größenordnung und in so einer Situation es so gemacht hat.“ Ziel sei, „mit dem BKA und dem Generalbundesanwalt“ einen Akt von „Terrorismus“ aufzuklären.
Zuvor hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) für eine „hohe finanzielle Belohnung für Hinweise“ plädiert. Durch den Brandanschlag auf eine Kabelbrücke waren tagelang 45.000 Haushalte und 2.200 Gewerbeeinheiten ohne Strom.
Ein Bekennerschreiben wurde von einer „Vulkangruppe“ unterzeichnet. Das Landes- und das Bundeskriminalamt sowie der Verfassungsschutz stuften das Schreiben als glaubwürdig ein. Laut Verfassungsschutz bestehen „Vulkangruppen“ seit dem Jahr 2011 und verüben seitdem Brandanschläge in Berlin und Brandenburg. Ziele sind zumeist Kabelschächte an Bahntrassen, aber auch Funkmasten oder Datenleitungen, teilweise auch Firmenfahrzeuge.
„Vulkangruppen“ bekannten sich in der Vergangenheit unter anderem zu zwei Anschlägen auf die Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide, die sie als „grünen Kapitalismus“ brandmarkten. Nachdem im Mai 2021 Unbekannte einen Brandanschlag auf die Stromversorgung des Autobauers verübt hatten, wurde im März 2024 in unmittelbarer Nähe des Automobilwerks ein Hochspannungsmast durch Brandstiftung zerstört. In der Folge waren sowohl das Werk als auch die umliegenden Ortschaften tagelang von der Stromversorgung abgeschnitten.
Inzwischen ermittelt der Generalbundesanwalt wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe.
