Gedenkstätte für Ran Gvili im Kibbutz Alumim.

Stand: 26.01.2026 15:52 Uhr

Die israelische Armee hat im Gazastreifen die sterblichen Überreste von Ran Gvili gefunden. Der 24-Jährige war die letzte noch vermisste Geisel, die am 7. Oktober 2023 von palästinensischen Terroristen aus Israel nach Gaza verschleppt wurde.

Israel hat nach eigenen Angaben die sterblichen Überreste der letzten israelischen Geisel im Gazastreifen geborgen. Der 24-jährige Ran Gvili war Mitglied einer Eliteeinheit der israelischen Polizei und war beim Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 im Kampf getötet worden.

Die Terrororganisation Hamas und mit ihr verbündete Gruppen hatten an diesem Tag Ortschaften im Süden Israels überfallen. Sie töteten dabei etwa 1.200 Menschen und verschleppten 251 in den Gazastreifen. Als Folge des Massakers führten Israel und die Hamas im angrenzenden Gazastreifen zwei Jahre Krieg. Nur wenige der Entführten konnten in dieser Zeit militärisch befreit werden, die meisten kamen durch Abkommen frei. Seit dem 10. Oktober 2025 gilt in Gaza eine Waffenruhe.

Netanjahu lobt „unglaubliche Leistung“

Gvili sei am 7. Oktober in den Kampf gezogen, obwohl er sich bei einem Motorradunfall eine Schulter gebrochen habe, schrieb das „Forum der Geisel- und Vermisstenfamilien“. Er habe „mit Mut und Entschlossenheit an der Front am Eingang zum Kibbuz Alumim“ gekämpft. Gvilis Leiche wurde bei einer intensiven Suche durch die israelische Armee in einem Massengrab im Osten von Gaza-Stadt gefunden, wie Medien berichteten.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu sprach nach der Meldung von einer „unglaublichen Leistung“ für Israel und seine Soldaten und erklärte gegenüber israelischen Medien: „Ich habe versprochen, dass wir alle nach Hause bringen würden, und wir haben alle nach Hause gebracht.“ Israels Verteidigungsminister Joav Galant sprach von einem „schmerzhaften Moment des Abschlusses“.

Ende der ersten Phase des Waffenruhe-Abkommens

In einer ersten Phase des Abkommens hatten die Hamas und andere militante Gruppen die letzten 20 noch lebenden Geiseln freigelassen und auch die sterblichen Überreste von 28 toten Entführten übergeben. Im Gegenzug dafür entließ Israel knapp 2.000 palästinensische Häftlinge aus Gefängnissen.

Die Rückgabe aller verschleppten Geiseln, sowohl der lebenden als auch der getöteten, war Bestandteil des von den USA vorangetriebenen Abkommens. Die Familie Gvilis hatte an die israelische Regierung appelliert, erst in die zweite Phase der Waffenruhe einzutreten, wenn sich auch die Leiche ihres Sohnes wieder in Israel befindet.

In der zweiten Phase ist vorgesehen, dass die Hamas entwaffnet werden soll, eine Übergangsregierung ihre Arbeit aufnimmt und der Wiederaufbau des Gazastreifens geplant wird. Viele Fragen sind dabei aber noch unklar.

Mit Informationen von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Tel Aviv.