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Ein Hauch von Christo: Der Zeitungsleser wird, staubgeschützt, derzeit mühsam „erleichtert“. © Susanne Kornau
Tonnenschweres Kunstwerk wurde einst zum Verlagsjubiläum der Lüdenscheider Nachrichten gestiftet
Lüdenscheid – Das penetrante Pochen des Betonspechts hallt wider von den Hauswänden an Schiller- und Grabenstraße: Mehrere Arbeitstage lang arbeitete sich ein kleiner Bagger mit seinem Betonmeißel an dem Fundament-Block des Zeitungslesers ab. Das gewichtige Kunstwerk, 1983 anlässlich des 125. Verlagsjubiläums von den Lüdenscheider Nachrichten gestiftet, muss bekanntlich seinen Standort im Kulturhausgarten aufgeben, weil der Platz für den Bau und Betrieb der neuen Pumptrack-Anlage gebraucht wird. Zu dem Zweck wurde das Schwergewicht also ausgegraben und wartet seitdem, etwas abseits gelagert, auf den Transport zu seinem neuen Standort in der Kulturhaus-Grünanlage.
Doch das ist gar nicht so leicht. Buchstäblich. Denn das Fundament, so sagt Stadtsprecherin Marit Schulte-Zakotnik, müsse dafür verkleinert werden. Davon zeugt das unaufhörliche Hämmern, das nach vergangener Woche nicht nur dem Baggerfahrer noch lange in den Ohren klingen dürfte. „Am Ende“, so erläutert es die Stadtsprecherin, „sollen die Abmessungen des Betonsockels circa 1,8 x 1,8 Meter betragen und das Gesamtgewicht auf unter 4 Tonnen reduziert sein, so dass ein Transport möglich ist.“
Untere Parkhälfte soll benutzbar bleiben
Ein neuer Standort ist bislang „angedacht“: Er soll im unteren Bereich des Stadtgartens liegen. Das sind zwar nur ein paar Dutzend Meter, aber womöglich erst einmal unüberwindlich, befürchtet zumindest die Verwaltung. Denn: Dass Wetter müsse mitspielen, heißt es. Von Tau und Regen aufgeweichte Rasenflächen scheinen für einen Schwertransport nicht geeignet zu sein. „Sollten die Böden in den kommenden Wochen noch einmal richtig durchfrieren, könnte der Transport schon dann starten. Denn nur dann kann die massive Skulptur ohne eine Beschädigung der Flächen und Wege durch den Park bewegt werden.“ Im Umkehrschluss heißt das: Sollte es nicht mehr frieren, „müsste die Skulptur ggf. zwischenzeitlich eingelagert werden“.
Beispiele aus anderen Städten (hier: Nagold) zeigen, wie eine Pumptrack-Markierung auch hier aussehen könnte. Noch fehlt die Markierung witterungsbedingt. Der Zeitungsleser musste wegen des Anlagenbaus umziehen. © Cédric Olivier Nougrigat
Zwar soll das Areal ohnehin komplett umgestaltet werden. Doch das dauert noch. Die Arbeiten in der derzeit gesperrten oberen Hälfte sollen, Stand jetzt, „bis zum Sommer abgeschlossen sein“. Aber, so betont Stadtsprecher Sven Helmig, man wolle sicherstellen, dass die bislang von Bauarbeiten unberührte untere Parkhälfte weiter benutzbar bleibe. Die Arbeiten für den Bereich würden allerdings erst im Laufe des Jahres ausgeschrieben, Transportschäden somit lange sichtbar bleiben. Daher hofft die Verwaltung nun auf Frost.
Asphalt-Wellen und Randbereiche sind dank auffälliger Markierung besser zu erkennen und einzuschätzen. Der neue Lüdenscheider Pumptrack ist bereits geformt, aber noch nicht markiert. Er ist einer der ersten Bausteine einer geplanten großräumigen Veränderung des kleinen Parks vorm Kulturhaus. © Cédric Olivier Nougrigat