Zerstörtes Mahnmal in Kiel im Schnee.

AUDIO: Nachrichten aus dem Studio Kiel 16:30 Uhr – 26.01.2026 (2 Min)

Stand: 26.01.2026 17:48 Uhr

Vor dem Mahnmal der 1938 zerstörten Synagoge in Kiel haben Unbekannte am Wochenende Blumen zertreten und Kerzen umgeworfen. Unter anderem Ministerpräsident Daniel Günther verurteilte die Verwüstung scharf.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) erklärte, der Angriff sei ein unerträglicher Akt antisemitischer Verachtung und ein Angriff auf das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus. Wer einen solchen Ort der Erinnerung schände, verletze die historische Verantwortung und die Grundwerte des Landes.

Die Polizei hat noch keine Hinweise auf den oder die Täter – die Beamten ermitteln jetzt wegen Sachbeschädigung. Zudem werde geprüft, ob der Vorfall an den Staatsschutz übergeben wird.

Stenke und Ulrich: „Neue Stufe der Eskalation“

Auch Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) und der Landesbeauftragte gegen Antisemitismus, Gerhard Ulrich, verurteilten die Tat scharf. In einer gemeinsamen Mitteilung sprechen sie von einer neuen „Stufe der Eskalation“.

Landtagspräsidentin Kristina Herbst (CDU) teilte mit, das Mahnmal stehe auch für die Verpflichtung der Gesellschaft gegen Antisemitismus und Hass. Wer versuche, diesen Ort der Erinnerung zu schänden, greife nicht nur einen Gedenkort an, sondern den gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes.

Zeitpunkt mache betroffen: Wenige Tage vor Gedenktag für Opfer des Nationalsozialismus

Herbst ergänzt, auch der Zeitpunkt der Tat – unmittelbar vor dem bundesweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am Dienstag – mache betroffen. Die zentrale Gedenkveranstaltung des Landtags findet am 27. Januar in Itzehoe (Kreis Steinburg) statt.

Ein Mann trägt eine Kippa, im Hintergrund leuchtet ein Chanukka-Leuchter.

Erstmalig feiert der Landtag SH Chanukka. Beim Empfang der jüdischen Gemeinden ging es auch um den Anschlag in Sydney.

Auf einer Solidaritätsdemo in Oldenburg wird eine Flagge von Israel hochgehalten.

Innenministerin Sütterlin-Waack zeigt sich besorgt. Polizeiliche Maßnahmen würden aber immer wieder angepasst.

Ein Stuhlkreis mit einer Person im Zentrum des Bildes.

Zwischen Neutralität und Haltung: Lehrkräfte in SH suchen Wege, wie sie auf Gewalt, Rassismus und Antisemitismus reagieren können.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 26.01.2026 | 16:30 Uhr

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