Mit einem lustigen Video im Internet viral zu gehen, ist gar nicht so einfach. Der Entsorgungsbetrieb Braun aus Leinfelden-Echterdingen hat das aber schon mehrmals geschafft – wie ist es dazu gekommen?
Wer aus Stetten hinein oder hinaus fährt, und an der Sielminger Straße unterwegs ist, fährt zwangsläufig am Gelände der Firma Braun mit ihren markanten blauen Containern vorbei. Die Firma ist ein Familienbetrieb, geführt von Tim Braun, der das Unternehmen von seinem Vater übernommen hat. Die Mutter, Tanja Braun, ist ebenfalls mit dabei. Und Tim Brauns Frau Marion, die seit 2023 den Instagramkanal der Firma bestückt. „Man muss mit der Zeit gehen“, sagt Tim Braun, „wir haben vieles verändert, die Internetseite neu gemacht, wollten auch in den Sozialen Medien präsent sein.“ Da habe er zu seiner Frau gesagt: „Entweder du machst das, oder keiner.“ Und Marion Braun hat übernommen. Sie ist aktuell in Elternzeit mit dem zweiten Kind der beiden, ist sonst in der Personalabteilung eines Verlags tätig. „Ich habe gedacht: Wie soll ich Instagram machen, ohne die Fachkenntnis dazu?“, erinnert sie sich. „Aber mir macht es Spaß, mich in Sachen hineinzufuchsen. Wir sind ein gutes Team: ich bin der kreative Kopf, mein Mann ist für das Fachliche zuständig.“
Der Instagram-Account der Firma Braun soll informieren und Spaß machen
Der Instagramkanal soll eine Mischung aus Information und Spaß sein, sagen die beiden. In den Informationsposts geht es hauptsächlich um das, was man im Entsorgungsfachbetrieb Braun entsorgen lassen will (nämlich so gut wie alles), und Eckdaten wie besondere Öffnungszeiten. Und dann gibt es noch die lustigen Videos: Immer gehen diese Videos viral, etwa eines, das die blauen Container nicht nur aktuell zeigt, sondern auch beim Bau der Pyramiden von Gizeh oder der Chinesischen Mauer, die Caption dazu ist die Frage eines Kunden: „Hat Ihre Firma überhaupt genug Erfahrung?“ Oder ein Video, in dem Tim Braun im Bagger einen Haufen Seile mit dem Greifer verräumt, und dazu der Spruch: „Mein Lehrer hat früher gesagt: Junge, mit aus dem Fenster gucken wirst du später kein Geld verdienen.“
Instagramerfolg: Kunden sprechen sie auf die Videos an
Wenn Marion Braun für die Videos Akteure braucht, ist es meistens ihr Mann Tim, der in den Bagger steigt oder andere Geräte bedient. „Am Anfang war das sehr viel Arbeit“, sagt sie, „aber es macht wirklich Spaß, vor allem, wenn ein Video viral geht oder die Leute Kommentare dazu schreiben.“ Sicher, der Instagramkanal soll auch dazu dienen, den Betrieb in der Region bekannter zu machen. „Aber man muss wirklich aktiv sein, immer wieder etwas posten, sonst klappt es nicht“, sagt Marion Braun. Umso netter sei es dann, wenn Kunden zur Entsorgung ihres Mülls vorbeikämen und dann sagen: „Wir haben Ihr Video gesehen!“ Man darf also gespannt sein, welche Videoidee die Brauns als nächstes umsetzen werden.