In der Hamburger HafenCity sollte längst ein Dokumentationszentrum für deportierte NS-Opfer stehen. Seit Jahren stockt der Bau – und liegt nun wieder auf Eis.
26. Januar 2026, 17:34 Uhr
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Der Bau des Dokumentationszentrums in der HafenCity stockt aufgrund steuerrechtlicher Fragen, die den Investor Harm Müller-Spreer betreffen. Ursprünglich sollte das Zentrum im Bürogebäude des Investors entstehen, doch Proteste gegen einen Mieterwechsel führten zu einem neuen Plan: Ein eigenes Gebäude am Lohsepark soll nun bis 2027 errichtet werden. Die Verzögerungen gefährden jedoch die Fördermittel und könnten zum Ausstieg aus dem Schenkungsvertrag führen. Trotzdem betont Müller-Spreer sein Engagement für das Projekt, das die Shoah und Porajmos gemeinsam thematisiert. Die steuerrechtliche Hängepartie sorgt für Unmut bei den Opferverbänden und der Kulturbehörde, die auf eine zügige Klärung drängen.
Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.
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Zwei Besucher laufen an den Gedenktafeln des Gedenkortes denk.mal Hannoverscher Bahnhof am Lohseplatz in der HafenCity entlang. Von dort aus wurden in der NS-Zeit Tausende Juden sowie Sinti und Roma deportiert.
© Christophe Gateau/picture alliance/dpa
Mitten in der HafenCity, dort, wo heute der Lohsepark liegt, befand sich einst der Hannoversche Bahnhof. Bis zur Eröffnung des Hauptbahnhofs im Jahr 1906 kamen dort alle Personenzüge aus dem Süden an. Danach wurde der Kopfbahnhof für den Güterverkehr genutzt.
Zwischen 1940 und 1945 deportierten die Nationalsozialisten von hier aus mehr als 8000 Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma. Die Züge fuhren in Ghettos und Konzentrationslager; nur wenige Hundert der Deportierten überlebten.
Neben einer Gedenkstätte im Lohsepark, die seit 2017 mit Tafeln entlang der historischen Gleisverläufe an die Opfer der NS-Verbrechen erinnert, ist seit vielen Jahren auch ein Dokumentationszentrum geplant. In einer Dauerausstellung sollen dort Hintergründe und Zusammenhänge der Deportationen erläutert werden. Ursprünglich war die Fertigstellung für 2012/2013 vorgesehen. Fast zehn Jahre lang suchte die Stadt nach einem Grundstück und einem Investor, der das Gebäude errichten würde. Dann schien eine Lösung gefunden: Das Dokumentationszentrum sollte im Erdgeschoss eines an den Lohsepark grenzenden Bürogebäudes unterkommen, das der Hamburger Investor Harm Müller-Streer bauen ließ.