Konzept aus Papenburg
Betreutes Wohnen auf dem Wasser – Werft enthüllt Schiffsstudie
Aktualisiert am 27.01.2026 – 01:37 UhrLesedauer: 3 Min.
Noch ist die „Serenity“ nur eine Studie – doch in Bremen könnte das spezielle Kreuzfahrtschiff auf großes Interesse stoßen. (Quelle: Meyer Werft GmbH)
Alt, allein, aber noch voller Entdeckerdrang: Viele Menschen über 80 suchen Gemeinschaft und wollen Urlaub machen. Die Meyer Werft hat da eine Idee.
Ist das die Zukunft auf den Meeren dieser Welt? Die Meyer Werft in Papenburg geht mit einer Schiffsstudie in die Offensive und wirbt um die Zielgruppe 80 plus. „Serenity“ heißt das Konzept – ein Kreuzfahrtschiff, das konsequent für Menschen ab 80 Jahren entwickelt wurde. Das Unternehmen reagiert damit auf den demografischen Wandel und auf eine Zielgruppe, die wächst und zunehmend kaufkräftig ist.
Das Schiff soll rund 245 Meter lang sein, deutlich kleiner als die üblichen Megaliner, aber groß genug für ein Wohn- und Freizeitangebot, das nah an das betreute Wohnen erinnert – jedoch ohne Pflegeanspruch. Barrierearme Kabinen, breite Gänge, kurze Wege, ein Orientierungssystem mit klaren Farben und Symbolen: Die Architektur ist darauf ausgelegt, auch im hohen Alter unkompliziert mobil zu bleiben.
Ein medizinisches Angebot „auf Abruf“, Concierge-Dienste und eine eher zurückhaltende, gesundheitsbetonte Gastronomie ergänzen das Konzept, heißt es auf der Webseite der Werft. Technisch setzt die „Serenity“ auf einen Mix aus Segeln, Brennstoffzellen, Batterien und Solarflächen, der theoretisch klimaneutrale Fahrprofile ermöglichen soll. Noch ist das Schiff nicht bestellt, aber die Werft zeigt, worin sie die Zukunft der Kreuzfahrtbranche sieht.
Könnte das Schiff auch in Bremen auf Anklang treffen? Schaut man auf die Bevölkerungszahlen, wird schnell klar: Die Zielgruppe für ein Ü80-Schiff ist in Bremen groß. Das Bundesland zählt insgesamt rund 680.000 Einwohner. Überträgt man die bundesweite Quote der 80-Jährigen und Älteren – rund sieben Prozent laut D80+-Studie des Familienministeriums aus dem Jahr 2022 – auf die Zwei-Städte-Region, ergibt sich ein Wert von etwa 45.000 Hochbetagten.
Bremen altert zwar langsamer als manche ostdeutsche Region, aber dennoch spürbar. Der Anteil der über 65-Jährigen ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten gestiegen, während die Gruppe der 20- bis 64-Jährigen schrumpft. Die Generation der über 80-Jährigen wächst stetig, sowohl in der Stadt Bremen als auch in Bremerhaven.
Und wie sieht es beim Geld aus? Immerhin dürfte – auch wenn keine konkreten Zahlen vorliegen – so eine Reise einiges kosten. Beim verfügbaren Einkommen zeigt sich eine deutliche Spreizung. Laut der D80+-Studie verfügen Menschen ab 80 im Schnitt über rund 1.916 Euro. Frauen erhalten je Monat im Schnitt 1.765 Euro, Männer 2068 Euro. Die oberste Gruppe gilt mit 3.940 Euro als einkommensreich. Auch diese Gruppe ist in Bremen vertreten, wenn auch nur klein.
