Diesmal keine Komödie

„Bisher wurden hauptsächlich Komödien aufgeführt“, erklärt Regina, die Regie führt und die Rolle der Eponine übernommen hat. Das Uni-Theater wollte aber auch ernstere Themen abbilden. Das ist offensichtlich ein Wunsch, den sich BUnT mit diesem Theaterstück erfüllen kann. Ein gewisser Ernst ist auch notwendig, um die zahlreichen Kampfszenen und ihre vielen Opfer angemessen zu erfassen und darzustellen. Ein besonderer Akzent liegt dabei auf der historischen Darstellung und der traurig-düsteren Inszenierung. „Es geht einfach um ganz viel Leid, dass die Menschen damals erfahren haben“, so Mike, der Jean Valjean spielt.

Mit „Les Misérables“ versetzen die Darstellenden das Publikum in das Frankreich des frühen 19. Jahrhunderts. Aus dem Gefängnis entlassen, kämpft der soziale Aufsteiger Jean Valjean mit seiner Vergangenheit. Mit seiner Adoptivtochter Cosette reist er nach Paris, um ein neues Leben zu beginnen. Doch die Polizistin Javert möchte ihn wieder in Ketten legen. Gleichzeitig versucht die Familie Thénardier Jean Valjean auszuliefern, um ihre Not zu lindern. Zudem verliebt sich Cosette in den jungen Rädelsführer Marius, der mit anderen Studenten eine Revolution plant. In diesem Tumult geht es für Jean Valjean um alles.

Offen für alle Studierenden

Seit 2010 inszeniert das Bergische Uni-Theater, damals noch unter anderem Namen, Stücke unter der Schirmherrschaft von Dr. Stefan Neumann aus der Germanistik. Seitdem arbeitet es eigenständig, künstlerisch frei und ist offen für alle Studierenden. Eine besondere Herausforderung stellte dieses Jahr, neben der thematischen Abwechslung, die Arbeit mit über 30 Rollen dar. „Es ist manchmal schwierig, wenn ich am Laptop allein ein Skript schreibe und das dann 30 Leute umsetzen müssen. Es ist immer schön, wenn es dann funktioniert und gut aussieht“, erklärt Regina. Überzeugt ist sie vor allem vom Gruppengefühl innerhalb von BUnT.

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Das Ensemble des Stücks wird auch durch einige Neuzugänge verstärkt. Zu ihnen gehört Annina, die selbst ein großer Fan des gleichnamigen Musicals und von „Les Misérables“ ist. Sie übernimmt gleich mehrere Rollen, darunter die einer Fabrikarbeiterin.

Der Umstand, dass viele Ensemblemitglieder Studenten im Stück verkörpern, stellt einen sehr intuitiven Bezug zum Theaterstück her. Viele von ihnen legen ihre Rollen außerhalb des Probenraums nicht ab und sprechen sich innerhalb der Uni zufällig mit ihren gelernten Texten an.

Die Studierendenbewegung als zentraler Akteur

Seit dem letzten Jahr müssen die Hochschulen in NRW Kürzungen durch die Landesregierung umsetzen. Allein die Bergische Universität Wuppertal muss 4,6 Millionen Euro einsparen. Viele Studierende machen sich Sorgen um die Zukunft der Lehrstühle, an denen sie studieren, und protestieren auf vielen Wegen gegen die Kürzungen (blickfeld berichtete).

Vor diesem Hintergrund werden die Parallelen zwischen Realität und Theaterstück deutlich. „In ‚Les Misérables‘ ist die Studierendenbewegung ein zentraler Akteur“, so Enes, der Darsteller des jungen Monsieur Thénardier. Er geht davon aus, dass die Umsetzung davon für viele ein Highlight sein wird. Aber auch das Schöne, das Tragische und das Dramatische finden ihren Platz. Wem diese Mischung aus derben Sprüchen, dramatischen Gefühlen und historischen Anspielungen gefällt, der ist bei den BUnT-Aufführungen gut aufgehoben. »svr«

Bergisches Uni-Theater: Informationen zu den Aufführungen von „Les Misérables“