Bundeswehr-Auftrag
Rüstungsgigant will ins All expandieren
27.01.2026 – 03:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Konzernzentrale der Rheinmetall AG (Archivbild): Das Düsseldorfer Rüstungsunternehmen will in Zukunft noch enger mit einem Bremer Satellitenhersteller kooperieren. (Quelle: IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON)
Zehn Milliarden Euro im Visier: Rheinmetall will mit OHB um einen Bundeswehr-Auftrag werben. Was das Projekt für den Düsseldorfer Konzern bedeuten könnte.
Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall weitet sein Satellitengeschäft aus. Nach der erfolgreichen Partnerschaft mit dem finnischen Unternehmen Iceye im Dezember steht nun eine Zusammenarbeit mit dem Bremer Satellitenhersteller OHB im Raum. Beide Firmen wollen gemeinsam um einen Großauftrag der Bundeswehr konkurrieren.
Wie das „Handelsblatt“ und die „Financial Times“ berichten, geht es um das bisher größte Satellitenprojekt der deutschen Streitkräfte. Der potenzielle Auftragswert: bis zu zehn Milliarden Euro. Die Bundeswehr plant den Aufbau eines militärischen Satellitennetzwerks, das Panzer, Schiffe und Soldaten miteinander verbinden soll. Bis zu 200 Satelliten sollen bis 2029 im Einsatz sein. Das System ähnelt technisch dem kommerziellen Starlink-Netz von Elon Musks SpaceX.
Bereits im Februar könnte die offizielle Ausschreibung starten, heißt es in den Berichten. Neben Rheinmetall und OHB hat auch der Luftfahrtkonzern Airbus Interesse signalisiert.
Für Rheinmetall, das traditionell vor allem Panzer, Munition und Artillerie produziert, ist es ein weiterer Schritt zur Diversifizierung. Die Auftragsbücher des Konzerns sind durch den Ukraine-Krieg so gefüllt wie nie zuvor. Das größte Werk steht im niedersächsischen Unterlüß, die Zentrale in Düsseldorf.
Die Kooperation mit Iceye im Dezember brachte Rheinmetall bereits einen Auftrag über 1,7 Milliarden Euro ein. Dabei ging es um satellitengestützte Aufklärung. Für die Produktion gründete der Konzern ein Joint Venture mit dem finnischen Partner. Ab dem zweiten oder dritten Quartal 2026 sollen im Rheinmetall-Werk in Neuss Satelliten vom Band laufen. Die bisherige Autoteile-Fertigung dort wird aufgegeben, stattdessen entstehen Militärgüter und Weltraumtechnik.
An der Börse reagierte die Rheinmetall-Aktie am Nachmittag leicht negativ mit einem Minus von gut einem Prozent.
Hintergrund der Aktivitäten ist die erste Weltraumsicherheitsstrategie der Bundesregierung vom November. Deutschland soll „glaubwürdig abschreckungs- und verteidigungsfähig“ werden, so das Ziel. Der Fokus liegt auf dem Schutz von Satelliten und Kommunikationsinfrastruktur. Das Verteidigungsministerium will bis 2030 insgesamt 35 Milliarden Euro dafür bereitstellen.
