Für eine „Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär“-Karriere ist es für KNITZ wohl zu spät. Aber er ist ein exzellenter Spülmaschinen-Einräumer.

Eine perfekt bestückte Spülmaschine ist kein Kinderspiel – oder, um im Metier zu bleiben, kein Kinderspül. Die Teller werden so aneinandergereiht, dass keiner den anderen berührt. Nämliches gilt für Gläser und Tassen. Wobei klar ist, dass Weingläser hinterher nachgetrocknet werden, wegen der Wasserflecken.

Obacht, dass die Löffel nicht löffelsches liegen

Das Besteckfach nie zu voll stopfen, sodass der Wasserstrahl überall hinkommt. Darauf achten, dass Löffel nicht löffelsches abgelegt werden und aneinanderkleben. Messer mit Kunststoffgriffen haben in der Spülmaschine nichts verloren. Nicht, weil das Messer stumpf werden könnte. Das sei Blödsinn, hat dem KNITZ mal ein Messerfabrikant erklärt. Wegen der Kunststoffgriffe. Die mögen das nicht.

Man könnte sagen, es gibt wenige Dinge in seinem Leben, die KNITZ so ernsthaft betreibt, wie das Einräumen seiner Spülmaschine. Da versteht er keinen Spaß.

Bester Spülmaschinen-Einräumer ever

Das bleibt nicht ohne Folgen. KNITZ würde behaupten, dass er in seinem Haushalt der beste Spülmaschinen-Einräumer weltweit ist. Gibt es eigentlich wissenschaftliche Studien darüber, inwiefern schon Beziehungen zu Bruch gingen, weil es um schlecht eingeräumte Spülmaschinen Streit gab?

Was gar nicht geht, sind Gäste, die, natürlich in bester Absicht, beim Tischabräumen helfen und meinen, die Spülmaschine befüllen zu müssen. Da hört bei KNITZ die Gastfreundschaft auf.

KNITZ hat nicht mehr alle Tassen im Schrank

KNITZ hat eine offene Küche. Wenn die Spülmaschine, die schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, läuft, kann man dies vom Fernsehsessel aus deutlich vernehmen. Womöglich gibt es Menschen, die das als störend empfinden würden.

Nicht so KNITZ. Es liebt das Geräusch, wenn die rotierenden Wasserdüsen über Töpfe und Teller rauschen. Wenn die Pumpe das Wasser abpumpt. Und am Ende, ein dezenter Pieps, der sagen will: Oh KNITZ, Du größter Spülmaschinen-Einräumer aller Zeiten, der Du mich wieder auf wunderbare Weise bestückt hast, ich habe es geschafft!

Sie sind nach dieser kleinen Spülmaschinen-Abhandlung der Meinung, dass KNITZ nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Mag schon sein, er würde Ihnen da nie widersprechen. Liegt vermutlich am Alter.

Blick ins E-Mail-Fach – dann sieht man, wie alt man ist

Wenn sich KNITZ früher von seinem Reifegrad überzeugen wollte, dann sah er in den Spiegel. Heute schaut er in sein elektronisches Postfach. Bis vor ein, zwei Jahren kamen dort Reklamemails von Potenzmittelversendern an – ungefragt. Inzwischen bekommt er nur noch Angebote für Sterbeversicherungen.

Aber KNITZ weiß, was man gegen diese Indizien des Verfalls unternehmen kann. Unlängst hat er nach einem Badumbau neue Lichter installiert. Die Lampen über dem Spiegel lassen das Gesicht weich erscheinen, der Teint wirkt warm, wie frisch aus dem Urlaub. Wenn dann aus der fernen Küche das Schrubben der Spülmaschine zu vernehmen ist, ist für KNITZ ein Zustand erreicht, der mit „absoluter Glückseligkeit“ noch verhalten beschrieben ist.