„Wir lieben es, zu singen“, rief Volker Mertens dem begeisterten Publikum im vollen Wegberger Forum zu. Die Liebe zum Gesang, die der Leiter des Gospelchors „Joy & Peace“ betonte, wurde in jedem der 15 Lieder deutlich, mit denen der gemischte Chor zu Zuhörer mitriss. Tosender Beifall und rhythmisches Klatschen während und nach den Aufführungen machten deutlich, dass der Funke vom fast 80-köpfigen Chor auf das Publikum übergesprungen war.
Den Titel des Konzerts „Sound of Heaven“, hatte Moderatorin Elke Blunck-Stein als „so klingt der Himmel“ erklärt – und in jedem der einzelnen Lieder, in dem der Gospelgesang bisweilen mit Blues und Swing ergänzt wurde, wurde das Loblied auf die himmlischen Kräfte deutlich und spürbar. Mit großer Dynamik leitete Mertens, der von Keyboarder Frank Hecht und Percussionist Markus Ströckens instrumental unterstützt wurde, den großen Chor, der die gesamte Bühne füllte. Ob das sehr schwungvolle „Taste of Heaven“ mit der Solistin Elke Mertens oder „Bless the Name of Jesus“ mit dem Solo von Rita Schultewolter, bei jedem Lied war das Publikum sofort gefangen von der Stimmkraft des Chors. Auch die weiteren Solisten Raffaele Avvisati bei „It wasn’t the Nails“, Andrea Lux-Jumpertz bei „Fresh Touch“, Frank Wouters bei „The Godness of God“, Andreas Schaffrath bei „Glory to his Name“ oder Marisol Boddart und Ernst Winkens bei „Love is a Wonderful Thing“ wurden getragen von den Männern und Frauen im Hintergrund. Insbesondere der Lobgesang Mariens im „Magnificat“ mit dem Solo von Elke Mertes faszinierte ebenso wie das getragene „Amen“ mit den Soloparts von Ute Coenen und Avvisati.
Der Beifall, nachdem das letzte Lied verklungen war, war lange und fast nicht endenwollend. „Stimme ist ein Heiler. Das Singen befreit, singen macht glücklich“, meinte der temperamentvolle Chorleiter, der sich für das engagierte Mitmachen des Publikums bedankte. Es mache Spaß, die Zuhörer ein bisschen zu motivieren. Zugleich mache es Spaß, mit der Benefiztour des Chores in diesem Winter unter dem Motto „Mit Stimme helfen“ karitative und soziale Projekte in der Region zu unterstützen. Beim Konzert in Wegberg kam der Erlös des Chorkonzerts dem Wegberger Tisch und der Kleiderkammer der Aktion Sankt Martin hilft zugute.
Er könne kaum glauben, dass dieser Chor erst seit drei Jahren bestehe und damit quasi noch in den Kinderschuhen stecke, sagte Willibert Jansen im Namen des Veranstalters Sankt Martin hilft in seinem Dank an Joy & Peace. „Für uns hat es sich sehr professionell angehört.“ Bereits zum zweiten Mal war der Chor, der in Wassenberg und Süchteln probt, zu Gast in Wegberg. Nach dem letztjährigen Konzert hatte es keine Zweifel gegeben, dass er in diesem Jahr wieder im Forum gastieren würde, und auch das neue Programm mit dem Titel „Glorify“ wird sicherlich in Wegberg zu hören sein. Jansen ist froh, dass er die Anfrage des Chorleiters angenommen hatte und dem Chor 2025 zu ersten Mal einen Auftritt in Wegberg ermöglichen konnte. Er erinnerte gerne daran, dass in der Folge nach dem letztjährigen Konzert dem Wegberger Tisch von einem Zuhörer spontan ein dringend benötigtes Fahrzeug gespendet wurde. Der Erlös beider Konzerte diene der Unterstützung des Wegberger Tisches und der Kleiderkammer, die unter der Obhut von Stankt Martin hilft stehen. Rund 200 Familien mit 600 bis 800 Familienmitgliedern würden in Wegberg betreut. „Das ist oft Knochenarbeit, die Respekt und Wertschätzung verdient“, sagte Jansen. Die Kosten für Fahrzeuge, Kühlgeräte oder Arbeitskleidung müssten durch Spenden finanziert werden. Da helfe ein Benefizkonzert wie das von Joy & Peace sehr.
Mittanzen und Mitklatschen bei einem mitreißenden Konzert hatte Jansen sich und dem Publikum vor dem ersten Lied gewünscht. Tatsächlich kam es so. Die Zuhörer ließen sich mitreißen vom Gospelgesang. Ob er tatsächlich klingt wie der Himmel, wusste auch Elke Blunck-Stein nicht mit Gewissheit zu sagen, „aber wir können uns vorstellen, dass es so klingt“. Aber vor allem machen der Gospelgesang und ein Gospelkonzert eines deutlich: „Wir sind alle Mitmenschen.“