Die Schattenwirtschaft in Deutschland floriert einer Studie zufolge so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Berechnungen der Universität Linz und des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung in Tübingen zufolge erreichte sie im vergangenen Jahr einen Umfang von 510 Milliarden Euro.
Damit ist das Verhältnis der Schattenwirtschaft zum offiziellen Bruttoinlandsprodukt von 11,1 auf 11,5 Prozent gewachsen, zeigt die Studie. Das ist so hoch wie zuletzt 2014. Im laufenden Jahr könnte die Schattenwirtschaft laut den Forschern um weitere 5,5 Prozent auf 538 Milliarden Euro steigen.
Arbeitslosigkeit treibt die Schattenwirtschaft
Hauptgrund für den Boom der Schattenwirtschaft sei das geringe Wirtschaftswachstum und die zunehmende Arbeitslosigkeit, schreiben die Autoren. Dies verringere die Erträge aus gemeldeter Arbeit und erzeuge einen „Anreiz zu nicht gemeldeten oder illegalen Tätigkeiten“. Allein dadurch dürfte die Schattenwirtschaft 2026 preisbereinigt um 9,5 Milliarden Euro steigen.
Auch die Anhebung des Mindestlohns zu Jahresbeginn und die höhere Verdienstgrenze für geringfügige Beschäftigung (Minijobs) lasse die Schattenwirtschaft wachsen – laut Studie um real 2,4 Milliarden Euro. Die gesenkte Umsatzsteuer im Gastgewerbe mindere dagegen den Anreiz, am Finanzamt vorbei zu wirtschaften.
Unter Schattenwirtschaft verstehen die Autoren die Summe aus Schwarzarbeit sowie Einkommen aus illegalen Tätigkeiten, darunter Glücksspiel und bestimmte Arten der Prostitution.
Deutsche Schattenwirtschaft wächst schneller als anderswo
Im internationalen Vergleich liegt Deutschland mit dem Verhältnis von Schattenwirtschaft zur Gesamtwirtschaftsleistung im Jahr 2026 knapp unter dem Mittelwert von 20 größeren Industrieländern, zeigt die Studie.
Allerdings: Die deutsche Schattenwirtschaft ist seit 2021 dreimal so stark gewachsen (plus 2,4 Prozentpunkte) wie im Durchschnitt der verglichenen Länder (plus 0,8 Prozentpunkte). Dies spiegele die Tatsache wider, „dass die Wirtschaftskrise Deutschland stärker getroffen hat als die meisten anderen der berücksichtigten Länder“, so die Autoren.
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Das höchste Niveau der Schattenwirtschaft dürfte 2026 laut Prognose Griechenland mit 21,6 Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen, das geringste die Schweiz mit 5,3 Prozent.
Corona-Pandemie wirkte sich nur kurzzeitig aus
In der Studie heißt es, die Schattenwirtschaft sei bis zum Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 deutlich zurückgegangen. Nach dem Anstieg der Schattenwirtschaft im Jahr 2020 habe sich 2021 wieder ein Rückgang ergeben,
der auf die verbesserte Wirtschaftslage und steuerliche Entlastungen zurückzuführen sei. Seit
dem Jahr 2022 habe die verschlechterte Wirtschaftslage zu einem erneuten Anstieg der Schattenwirtschaft
geführt.
Den Berechnungen liegen Prognosen zu Bruttoinlandsprodukt, Arbeitslosigkeit und Inflation zugrunde. Unterstellt wurde für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent, eine Arbeitslosenzahl von 2,9 Millionen Menschen und eine Inflationsrate von 2,0 Prozent.
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