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Kiel – Antisemitischer Angriff an der Förde: Unbekannte haben sich am Mahnmal der Synagoge Kiel vergriffen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (52, CDU) bestürzt: „Der Angriff ist ein unerträglicher Akt antisemitischer Verachtung und ein Angriff auf das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus.“ Wer einen solchen Ort der Erinnerung schände, verletze die historische Verantwortung und die Grundwerte des Landes.

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Gegenstände, die Menschen am Mahnmal abgelegt hatten, wurden in der Nacht zu Sonntag zerstört und auf den Gehweg geworfen, darunter ein Davidstern, Kerzen und ein Bild. Günther: „Wir erleben, wie antisemitische Vorfälle immer mehr zunehmen. Vor 90 Jahren war solcher Hass der Anfang vom Ende. Genau deshalb dürfen wir heute keinen einzigen Vorfall hinnehmen.“ Jede Tat müsse der Rechtsstaat konsequent verfolgen und bestrafen – das gelte auch für diesen Angriff. „Schleswig-Holstein steht fest an der Seite der jüdischen Gemeinschaft und wird jüdisches Leben entschlossen schützen.“

Der Zeitpunkt der Tat ist niederträchtig: Am heutigen 27. Januar findet in Deutschland der zentrale Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus statt. Gerade das mache betroffen, sagte Landtagspräsidentin Kristina Herbst (48, CDU). Wer versuche, diesen Ort der Erinnerung zu schänden, greife nicht nur einen Gedenkort an, sondern den gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes.

Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke (65, CDU) und der Beauftragte für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, Dr. Gerhard Ulrich (74), schrieben: „Dies ist kein harmloser Vorfall, dies ist vielleicht sogar eine neue Stufe der Eskalation. Es ist ein feiger Akt, der uns deutlich vor Augen führt, dass Antisemitismus allgegenwärtig ist.“

Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und sucht nun Zeugen. Das Mahnmal selbst blieb unbeschädigt.