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Unterstützung für die Ukraine: (v.l.) Brigitte Gronau, die Bürgermeister Martin Pape (Polling), Peter Erhard (Böbing), Andreas Kögl (Altenstadt) sowie Eckhard Zimmermann und Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader. © Bernhard Jepsen
Die Initiative „Solidarität Ukraine“ hat bereits über 400 Tonnen Hilfsgüter transportiert. Nun folgt ein Feuerwehrfahrzeug mit Notstromaggregat für Operationssäle.
Landkreis – Fast jede Nacht Raketenangriffe, dazu eisige Winter-Temperaturen und eine massiv zerstörte Infrastruktur: Die Lebenssituation in der Ost-Ukraine wird für die Zivilbevölkerung immer prekärer. Aber auch in der Zentralukraine sieht die Lage kaum besser aus: „In Tulchyn gibt es im Augenblick bis zu 17 Stunden am Tag keinen Strom – und das bei Außentemperaturen von bis zu minus 20 Grad“, berichtet Eckhard Zimmermann von der „Solidarität Ukraine“: „Es herrscht ein großes Elend.“
Die Wohnblocks in den großen Städten lassen sich kaum noch heizen. Deshalb hat Ex-Boxweltmeister und Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko die Bewohner dazu aufgerufen, vorübergehend aufs Land zu flüchten, falls sie dort warme Quartiere mit Stromversorgung nutzen können. Hinzu kommt die ständige Angst vor russischen Raketenangriffen: „Solidarität Ukraine“-Unterstützerin Brigitte Gronau berichtet von einer in einem Hochhaus lebenden Familie, die nachts im Bad schläft, da selbiges keine Fenster hat und im Inneren des Gebäudes situiert ist. Laut Gronau ist die Moral der ukrainischen Bevölkerung trotz der widrigen Umstände ungebrochen – „weil sie wissen, was die Alternative wäre“.
Die kaputte Infrastruktur und die desaströse Versorgungslage in der Ukraine ist das Betätigungsfeld für die „Solidarität Ukraine“. Über 400 Tonnen an Hilfsgütern hat man bereits in das vom Krieg geplagte Land transportiert. Nun machte sich eine weitere Hilfslieferung auf den Weg – nämlich in Form eines Feuerwehrfahrzeugs und eines Notstromaggregats. Letzteres kann laut Zimmermann Strom für acht Operationssäle liefern. In Bälde sollen weitere Generatoren mit einer Ausgangsleistung von 50 kWh und Holzöfen folgen.
Finanziert wird das ganze über Sponsoren oder Spenden, die zum Beispiel bei der montäglichen Mahnwache in Weilheim gesammelt werden. Das Feuerwehrfahrzeug stammt wiederum von der Freiwilligen Feuerwehr Wartenberg aus dem Landkreis Erding. Den Kontakt zu den dortigen Floriansjüngern, die das Tanklöschfahrzeug aus ihrem Fuhrpark ausrangiert haben, kam über Harry Hoyler vom „Helferschwein e.V.“ aus Moosinning zustande.
Richtung ukrainische Grenze chauffiert wurde das mit Equipment wie Wasserfiltern vollgeladene Feuerwehrfahrzeug von Böbings Bürgermeister Peter Erhard und seinem Altenstadter Amtskollegen Andreas Kögl. Die Reise über Salzburg, Wien und Budapest ging nach Uschgorod, wo das Fahrzeug im Dreiländereck Ungarn-Slowakei-Ukraine an Vertreter aus Tulchyn übergeben wurde. „Mein Beweggrund für die Fahrt ist, die Not in der Ukraine zu lindern“, sagte Erhard kurz vor der Abfahrt in Weilheim.
Die „Solidarität Ukraine“ steht derzeit übrigens im Kontakt mit dem ukrainischen Generalkonsulat. Ziel ist es unter anderem, Leerfahrten von ukrainischen Lastkraftwagen Richtung Osten zu vermeiden. Die Trucks sollen nach der Entladung ihre Waren und Güter in Westeuropa mit Hilfslieferungen bestückt in die Heimat zurückfahren.