TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Kempten – Sanierung statt Stillstand: Die KMF Kemptener Maschinenfabrik GmbH hat beim Amtsgericht Anfang Januar einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt, um ihre Zukunft zu sichern. Auch die Buck GmbH mit Sitz in Ravensburg ist in eine Schieflage geraten. Doch die Mitarbeiter geben nicht auf!

Auslöser für die Insolvenz war ein stark gestiegener Liquiditätsbedarf wegen hoher Investitionsausgaben. Deshalb stellten laut einer Mitteilung der Beratungsgesellschaft Falkensteg die KMF beim Amtsgericht Kempten (Bayern) und die Buck GmbH beim Amtsgericht Ravensburg (Baden-Württemberg) entsprechende Anträge. Beide Unternehmen gehören zur Hydraulik Nord Group, einem mittelständischen Technologieverbund. Andere Firmen der Gruppe sind nicht betroffen.

Was mit der Insolvenz erreicht werden soll

„Ziel der Verfahren ist eine umfassende Restrukturierung. KMF und Buck sollen wirtschaftlich stabil und zukunftsfähig aufgestellt werden. Die Kunden unterstützen bei den Sanierungen. Auch die Mitarbeiter ziehen maximal mit. Sie kämpfen dafür, dass die Unternehmen weiter existieren. Es gibt kaum Krankmeldungen und die Mitarbeiter sind bereit, mehr zu arbeiten“, so Projektleiter Maximilian Schneider von der Beratungsgesellschaft Falkensteg zu BILD.

Die Eigenverwaltung wird von Falkensteg mit den Partnern Rechtsanwalt Tillmann Peeters und Maximilian Schneider als Generalbevollmächtigte begleitet. Hintergrund der Schieflagen sind kurzfristige Auftragsstornierungen nach den hohen Investitionen.

Blick in eine Produktionshalle der KMF Kemptener Maschinenfabrik (Archivbild)

Ein Blick in eine Produktionshalle der KMF Kemptener Maschinenfabrik

Foto: KMF

Wie es für Mitarbeiter und Kunden weitergeht

Während des vorläufigen Verfahrens läuft der Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen weiter. Lieferanten und Kunden können sich darauf verlassen, dass alle Liefer- und Leistungsbeziehungen bestehen bleiben. Die Löhne der Beschäftigten sind für die kommenden drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert. Bei KMF arbeiten rund 200 Mitarbeiter, bei Buck etwa 50.

Der Maschinenbauer KMF entwickelt und produziert Lösungen für die Land- und Baumaschinenindustrie und Motornebenantriebe für Nutzfahrzeuge. Buck wurde 1961 gegründet und fertigt Maschinenbauteile für Werkzeugmaschinen, Motoren, Getriebe und Hydraulikkomponenten.

Erst Ende 2025 gab es einen schweren Schlag für den Maschinenbau in Deutschland. Die EMAG GmbH & Co. KG aus Salach (Baden-Württemberg) musste einen drastischen Sparkurs fahren. An den deutschen Standorten sollen insgesamt 455 Jobs wegfallen.