Archivbild: Einsatzkräfte der Polizei stehen an der Brandstelle einer Kabelbrücke vor dem Kraftwerk Lichterfelde am Teltowkanal. (Quelle: dpa/Kappeler)

Stand: 27.01.2026 10:22 Uhr

Vor drei Wochen wurde die Stromversorgung von Teilen Berlins durch einen Anschlag lahmgelegt. Nun wurde auf der Suche nach den Tätern eine Millionenbelohnung ausgesetzt. Senatorin Spranger sprach von einem „einmaligen Vorgang“.

  • Nach Brandanschlag auf Stromversorgung: Hohe Belohnung für Hinweise
  • Innensenatorin Spranger spricht von „einmaligem Vorgang“
  • Ermittler erhoffen sich Hilfe bei Aufklärung von „Terrorismus“

Das Bundeskriminalamt (BKA) und der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof (GBA) bitten die Bevölkerung um Hinweise auf die Täter, die Anfang Januar durch einen Brandanschlag mehrere Starkstromkabel in Berlin beschädigt haben.

Für Hinweise, die zur Aufklärung des Anschlags auf die Stromversorgung im Berliner Südwesten führen, ist demnach eine Belohnung von bis zu einer Million Euro ausgelobt.

Wie das Bundeskriminalamt am Dienstag mitteilte, läuft der Zeugenaufruf bis zum 24. Februar 2026. „Für Angaben, die bis zu diesem Zeitpunkt eingehen und zur Ermittlung des oder der Täter führen, ist eine Belohnung von bis zu einer Million Euro durch das BKA ausgesetzt“, heißt es.

Die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatte dies am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses bereits bestätigt. Hinweise nimmt die Bundespolizei eigenen Aussagen zufolge telefonisch oder online bis zum 24. Februar entgegen.

Spranger sprach von einem „einmaligen Vorgang“. Sie könne sich nicht erinnern, dass der Bund einen Zeugenaufruf „in so einer Größenordnung und in so einer Situation“ schonmal gemacht habe. Ziel der hohen Belohnung ist es laut Spranger, „mit dem BKA und dem Generalbundesanwalt“ einen Akt von „Terrorismus“ aufzuklären.

Durch den Brandanschlag auf eine Kabelbrücke Anfang Januar waren vorübergehend 45.000 Haushalte und 2.200 Gewerbeeinheiten ohne Strom. Eine linksextremistische „Vulkangruppe“ bekannte sich dazu.

Generalbundesanwalt ermittelt

Am Tag des Blackouts erhielt der rbb ein Bekennerschreiben, unterzeichnet mit „Vulkangruppe – Den Herrschenden den Saft abdrehen“. Der Staatsschutz hält das Schreiben für authentisch. Inzwischen ermittelt der Generalbundesanwalt wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe.

Der Name „Vulkangruppe“ ist den Ermittlern seit 2011 bekannt. Nach Informationen des Verfassungsschutzes bestehen sogenannte Vulkangruppen seit dem Jahr 2011 und verüben seitdem Brandanschläge in Berlin und Brandenburg. Ziele sind zumeist Kabelschächte an Bahntrassen, aber auch Funkmasten oder Datenleitungen, teilweise auch Firmenfahrzeuge. So kam es unter anderem zu zwei Brandanschlägen auf die Stromversorgung des US-Autobauers Tesla in Grünheide.

In Regierungskreisen wird die hohe Belohnung als Zeichen dafür gesehen, dass den Ermittlern bisher jede Spur zu den Tätern fehlt.

Sendung: rbb24 Inforadio, 26.01.2026, 15:20 Uhr

Rundfunk Berlin-Brandenburg