Trump ist überaus empfänglich für Komplimente und „Geschenke“, wie etwa das Emirat Katar mit dem Geschenk eines Jumbojets bewiesen hat.
Man nennt es auch Korruption. Die Mitgliedschaft in seinem „Friedensrat“, die eine Milliarde Dollar kosten soll, sollten wir uns besser sparen. Er sieht das offenbar als einen Club wie in Mar-a-Lago, wo man auch Eintritt bezahlt. Ernsthaft: Wer versteht, wie Trump durch die Welt des New Yorker Immobilienhandels geprägt ist, wie Putin durch den KGB sozialisiert wurde und Xi in der Kommunistischen Partei, der kann ihre Politik, ihre Vorgehensweisen besser entschlüsseln und kann sich reichlich Ärger ersparen.
Lange Zeit wurde das versäumt.
Es gilt, die kulturellen Kontexte zu verstehen, in denen sie handeln. Es lohnt sich, dass wir uns mit ihrer Herkunft beschäftigen. Europäische Politiker haben lange Zeit versucht, Putin als einen normalen Staatsmann anzusehen. Aber das ist er nicht, Putin ist ein Mafioso mit KGB-Hintergrund. Und Trump ist auch nicht der nette „Daddy“, wie ihn Mark Rutte nennt. Er will die USA in eine autoritäre Herrschaft umbauen; Trump ist bereit, Gewalt anzuwenden und Regeln zu brechen, nach innen und nach außen. So sollten wir ihn auch behandeln.
Europa sollte sich entsprechend beeilen, seine Souveränität im militärischen und digitalen Bereich herzustellen.
Je früher, desto besser. Wir sind noch immer zu sehr im Friedensmodus und deshalb viel zu langsam. Europa saß lange Zeit mit am Tisch der Weltgeschichte, jetzt müssen wir aufpassen, dass wir nicht auf der Speisekarte landen.
Professor Behrends, vielen Dank für das Gespräch.