Die eigene Hochzeit, das Fest der Liebe – für viele der schönste Tag im Leben. Der sollte auch das passende Datum haben, am besten eins, das man sich gut merken kann. Da Zahlenspiele sehr beliebt sind, dreht sich im Jahr 2026 alles um zwei besondere Termine: den 6. Juni, einen Samstag, und Freitag, 26. Juni. Wie eine Nachfrage bei den Standesämtern im Landkreis Augsburg ergab, sind nur noch wenige Termine frei. Ob Hochzeiten an besonderen Terminen tatsächlich erfolgreich sind, weiß die psychologische Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen der Diözese Augsburg.
„Schnapszahlen“ gewinnen wieder an Beliebtheit
In Königsbrunn ist der 6. Juni mit acht Eheschließungen schon ausgebucht, am 26. Juni gibt es lediglich noch einen freien Termin am Vormittag, sagt Pressesprecherin Anke Maresch. Sie erklärt weiter, dass die Nachfrage nach den Schnapszahlen in der Vergangenheit deutlich abgenommen hätte. Erst in diesem Jahr sei wieder eine Begeisterung für solche Termine spürbar. Auch in Neusäß sind die beiden Schnapszahlen-Termine vollständig ausgebucht. Überhaupt herrsche derzeit wieder eine große Nachfrage nach Hochzeitsterminen, so der Leiter des Standesamtes. „Wie sich das Ganze über das Jahr entwickelt, wird sich noch zeigen.“
Der Pressesprecher der Stadt Gersthofen, Kai Schwarz, kann diese Aussagen bestätigen. Samstage als Trauungstage würden in Gersthofen nur ein- oder zweimal im Monat angeboten, daher würden diese immer gut angenommen. So auch am 6. Juni. Und auch für Freitag, 26. Juni, sind schon einige Trauungen eingeplant. Schwarz erklärt weiter, dass es keinen speziellen Wochentag gäbe, der besonders beliebt sei. Es sei lediglich eine leichte Tendenz zum Samstag zu erkennen.
Auch andere Termine rücken in den Vordergrund
In einigen Standesämtern ist der 6. Juni überhaupt nicht im Angebot. So zum Beispiel in Bobingen. Pressesprecherin Eva-Maria Gürpinar erklärt, dass aber der 26. Juni stark nachgefragt sei. Deshalb werden an diesem Tag sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag Termine angeboten. Sie bringt auch noch einen weiteren Termin ins Spiel: „Zusätzlich ist auch der 20. Juni (Samstag) ein gefragter Termin, der inzwischen bereits vollständig ausgebucht ist.“
Franziska Küstler vom Standesamt Schwabmünchen sagt, dass es auch bei ihnen keine Trauungen am 6. Juni gebe. Für den 26. Juni hätten sie aber schon einige Vormerkungen. „Hier gibt es nur noch morgens freie Termine.“ Derzeit kämen auch schon die ersten Anfragen für das Jahr 2027, erzählt Küstler. In Stadtbergen ist der 26. Juni ebenfalls schon komplett ausgebucht, wie Standesbeamtin Silke Zoppelt erklärt, zumal es dort am 6. Juni keine Möglichkeit zum Heiraten gibt.
Ehetherapeutin: „Bindungsfähigkeit entscheidender als Ort und Datum der Hochzeit“
Wer zu den genannten Tagen keinen Hochzeitstermin ergattern konnte, braucht sich aber nicht zu grämen. „Beziehungen, die mit magischen Gedanken verbunden sind, scheitern häufiger“, sagt Martina Lutz, Stellenleiterin der psychologischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen der Diözese Augsburg. Sie ist damit auch für die Standorte in Gersthofen und Schwabmünchen zuständig.
Das „magische Denken“ führt Lutz auf die Sehnsucht nach Sicherheit zurück. Manche Menschen erhofften, das besondere Datum führe zu einer sicheren Ehe. „Basics wie Kommunikations- und Bindungsfähigkeit sind entscheidend, das macht man nicht an Ort und Datum der Hochzeit fest“, sagt die Therapeutin. Sie empfiehlt, keine überhöhten Erwartungen zu hegen und eine Balance der eigenen Bedürfnisse und denen des Partners zu finden. Passend dazu zitiert Lutz einen Leitsatz: „Liebe ist der Versuch, den anderen glücklich zu machen, ohne sich selbst dabei unglücklich zu machen.“
-
Anna Faber
Icon Haken im Kreis gesetzt
Icon Plus im Kreis
-
Hochzeitstag
Icon Haken im Kreis gesetzt
Icon Plus im Kreis
-
Schnapszahl
Icon Haken im Kreis gesetzt
Icon Plus im Kreis