Ingo Wortmann, der Geschäftsführer der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) verlässt zum 31. Juli dieses Jahres seinen Posten in München. Er wechselt aus persönlichen Gründen nach Oberhausen zu den dortigen Stadtwerken, wo er die Geschäftsleitung übernimmt. Über einen Nachfolger bei der MVG, einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke München (SWM), ist bisher nichts bekannt, darüber entscheidet der Aufsichtsrat.

Wortmann folgte im November 2016 auf Herbert König, der die MVG seit 1992 geleitet hatte. Von 2003 bis 2016 war Wortmann Technischer Geschäftsführer der SWU Verkehr in Ulm, davor war er bei den Dresdner Verkehrsbetrieben in leitenden Positionen beschäftigt. Seit Oktober 2018 ist er Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

In Wortmanns Münchner Amtszeit fallen mehrere bedeutende Projekte, unter anderem die Elektrifizierung der Busflotte: Inzwischen kurven über 100 E-Busse durch München. Zu den wichtigen Großprojekten während seiner Amtszeit zählen die Einweihung des neuen Bus-Betriebshofs in Moosach sowie der Bau der neuen MVG-Leitstelle, die Erweiterung der U-Bahn-Linie 5 nach Pasing und der Bau der Tram-Westtangente, der im Sommer 2024 startete. Auch für die Tram Münchner Norden konnte Wortmann noch den Spatenstich setzen.

Einen Rückschlag musste die MVG während seiner Amtszeit bei der Tram-Nordtangente hinnehmen, der die Staatsregierung überraschend eine Absage erteilt hatte, was er aus Sicht der Verkehrswende in einem Interview mit der SZ als „sehr schmerzvoll“ bezeichnete.

Auch das autonome Fahren hat die MVG in den vergangenen Jahren auf den Weg gebracht, was angesichts der Schwierigkeit, Fahrpersonal zu finden, ein relevantes Zukunftsthema ist. Als MVG-Chef und VDV-Präsident ließ Wortmann nur wenige Gelegenheiten aus, von der Politik mehr Geld für den Ausbau des Nahverkehrs einzufordern.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) teilte mit, er bedauere den Weggang Wortmanns. Er nannte ihn einen „absoluten Nahverkehrsexperten“, der die MVG auch erfolgreich durch die herausfordernden Corona-Jahre gesteuert habe. Wortmann selbst erklärte, er blicke „dankbar zurück auf zehn ereignisreiche und arbeitsintensive Jahre“, in denen er zahlreiche zukunftsrelevante Projekte für die Stadt München abschließen oder auf einen guten Weg gebracht habe. „Daher ist nun ein guter Zeitpunkt gekommen, um mich neuen Zielen in meiner Heimat zu widmen.“