Ukraine: Schwere russische Angriffe belasten Friedensgespräche

Wenige Tage vor einer neuen Runde von Friedensverhandlungen hat Russland seine Luftangriffe auf die Ukraine massiv verstärkt. Bei nächtlichem Drohnen- und Raketenbeschuss auf die Hafenstadt Odessa und die Metropole Charkiw wurden Behördenangaben vom Dienstag zufolge mindestens zwei Menschen getötet und Dutzende verletzt. 

Die Angriffe richteten sich erneut gezielt gegen die Energieinfrastruktur des Landes, was zu weitreichenden Stromausfällen führte.

Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte die Attacken als „brutal“ und warnte vor den Folgen für den diplomatischen Prozess. „Jeder solcher russischer Angriff untergräbt die Diplomatie, die noch andauert, und sabotiert die Bemühungen der Partner, die helfen wollen, diesen Krieg zu beenden“, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. 

Für den kommenden Sonntag sind neue, von den USA vermittelte Gespräche zwischen russischen und ukrainischen Unterhändlern angesetzt.

Allein auf Odessa am Schwarzen Meer feuerte das russische Militär nach Angaben Selenskyjs mehr als 50 Drohnen ab. Der Gouverneur der Region, Oleh Kiper, teilte mit, dass zwei Menschen getötet und 23 verletzt worden seien, darunter zwei Kinder und eine schwangere Frau. 

Bilder des Militärs zeigten schwerbeschädigte Wohnblocks, deren Fassaden aufgerissen waren. Auch eine Kirche, ein Kindergarten und eine Schule wurden getroffen. Der private Energieversorger DTEK meldete zudem eine „kolossale Zerstörung“ an einer Energieanlage in der Stadt. (Reuters)