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Berlin/Köln – An Grönlands Grenzen darf nicht gerüttelt werden – daran lässt Dänemarks Regierungschefin keinen Zweifel. Im Streit mit den USA zeigt sich Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (48) zwar kompromissbereit, aber nur bis zu einer klaren roten Linie.
Dänemark will nach Worten von Frederiksen „alles tun“, um sich im Grönland-Konflikt mit den USA zu einigen. Doch eines schließt sie kategorisch aus: die Abtretung von Gebieten. In der ARD-Sendung „Maischberger“ sagte sie auf die Frage, ob grönländisches Territorium für die Vereinigten Staaten denkbar sei, laut Übersetzung: „Nein. Das kann man sich nicht vorstellen.“ Wer bei den Grundsäulen der Demokratie nachgebe, für den sei „alles zu Ende“.

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (48) kämpft um Grönland
Foto: AP
US-Präsident Donald Trump (79) hatte mehrfach mit der Annexion der zu Dänemark gehörenden Arktis-Insel gedroht. Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos erklärte er nach einem Gespräch mit Nato-Chef Mark Rutte überraschend, es gebe nun einen Rahmen für eine Vereinbarung über Grönlands Zukunft.
Zugleich nahm Trump zuvor angedrohte Strafzölle gegen europäische Alliierte zurück. Betroffen gewesen wären auch Staaten wie Deutschland, die sich im Konflikt klar hinter Dänemark gestellt hatten.
Trump spricht von Rahmen für Einigung
Für Frederiksen ist das ein Erfolg. „Wenn Europa zusammensteht und sich selbst verteidigt, mit einer Stimme spricht, dann funktioniert es“, sagte sie. Mit Blick auf die Gespräche mit Washington erklärte sie: „Wir haben jetzt eine diplomatische Spur mit den Amerikanern und müssen sehen, ob wir eine Vereinbarung treffen können.“
Zum konkreten Inhalt der Verhandlungen äußerte sich die Ministerpräsidentin nicht. Auch die Dauer der Gespräche sei offen. Man könne „nie wissen“, wie lange solche Prozesse dauern.
Europa soll aufrüsten
Klar ist für Frederiksen jedoch eines: Europa müsse sich neu aufstellen. „Parallel zu den Gesprächen, die wir jetzt mit den Amerikanern führen, müssen wir Europäer uns aber klarmachen, dass die alte Welt weg ist“, sagte sie. „Ich glaube nicht, dass sie zurückkommt.“ Deshalb sei es für Europa „am allerwichtigsten, auf die Aufrüstung zu setzen“.