
AUDIO: Müritz komplett zugefroren – Eisdicke bis 25 Zentimeter (1 Min)
Stand: 27.01.2026 17:12 Uhr
Das Wasser- und Schifffahrtsamt in Waren (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) meldet: Die Müritz ist vollständig zugefroren. Trotz 16 bis 25 cm dickem Eis ist der See derzeit nicht freigegeben.
Die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern ist komplett zugefroren. Seit Anfang der Woche bestätigt das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Elbe, Außenbezirk Waren, dass die Eisdecke geschlossen ist. Auch alle anderen Mecklenburger Oberseen, die ohne Schleusen verbunden sind, haben inzwischen Eis gebildet und ergeben eine gemeinsame Eisfläche von 211 Quadratkilometern. „Das ist wirklich in den letzten Jahren selten passiert, gerade auch, dass die Müritz komplett zugefroren ist“, sagte Sebastian Paetsch, Präsident des Landesfischereiverbands Mecklenburg-Vorpommern.
Eisdicke und Sicherheit
Die Randeisdicke beträgt etwa 20 bis 25 Zentimeter. An Stellen mit stärkerer Strömung oder unter Brücken ist das Eis noch dünner. Das Betreten des Eises sei derzeit nicht empfohlen, betont Domenik Oldenburg vom Wasser- und Schifffahrtsamt Elbe, Außenbezirk Waren: „Generell ist von einer Begehung von Eisflächen auf Seen dringend abzuraten.“ Frühere Winter erinnerten Paetsch besonders: „1994/95 war das Eis so dick, dass Leute sogar mit dem Auto unterwegs waren.“ Damals war die Eisdecke bis zu einem halben Meter dick.
Auswirkungen auf Fischerei und Natur
Für die Fische ist das aktuelle Eis unproblematisch. Paetsch sagt: „Wenn es vier, fünf Monate zugefroren wäre, wäre das eine andere Situation. Momentan wirkt es eher beruhigend für den Fischbestand, etwa durch Schutz vor Kormoranen.“ Die Eisfischerei spielt inzwischen nur noch eine geringe Rolle. Viele Fischer nutzen die Zeit, um Material zu warten oder Urlaub zu machen. Ein kleiner Teil von Eisanglern ist jedoch bereits aktiv – vor allem auf kleineren, früher zugefrorenen Seen.
Eissägen und Kontrolle der Eisdecke
Damit Schäden an Bootsschuppen oder Uferanlagen vermieden werden, stehen Eissägen bereit. „Wir sind schon in den Startlöchern“, so Oldenburg. Sobald das Eis auftaut, könne es sich verschieben und Strukturen beschädigen. Wie lange die Eisdecke hält, selbst wenn es wieder wärmer wird, lässt sich nicht genau vorhersagen. Entscheidend sind neben den Temperaturen auch Wind, Schnee oder Regen, die das Eis beeinflussen.

Boddengewässer rund um Rügen und das Stettiner Haff sind durch die anhaltenden Minusgrade vollständig zugefroren.

Auch wenn Seen und Flüsse langsam zufrieren, ist die Eisdicke stellenweise so unterschiedlich, dass große Gefahr droht.