Alexander Prass bejubelt sein Traumtor gegen Bremen

Stand: 27.01.2026 23:31 Uhr

Die TSG Hoffenheim hält weiter voll Kurs auf die Champions League. Mit einem verdienten 2:0-Sieg in Bremen stürzte die TSG Werder noch tiefer in den Abstiegskampf.


Christian Hornung

Die Tore beim Nachholspiel vom 16. Spieltag schossen am Dienstagabend (27.01.2026) in sehenswerter Manier Alexander Prass (44. Minute) und Grischa Prömel (54.). Dazwischen hatte TSG-Spieler Wouter Burger wegen groben Foulspiels die Rote Karte gesehen (49.). Hoffenheim hat damit in diesem Jahr alle vier Ligaspiele gewonnen und holte in zehn der letzten 14 Partien einen Dreier. Für Werder hingegen war es bereits das neunte Spiel in Serie ohne Sieg.

Ilzer spricht über die Champions League

Traumtorschütze Prass sagte anschließend zur Sportschau: „Wir haben einen guten Schwung mitgenommen, haben uns die richtigen Ziele gesetzt und sind alle noch enger zusammengerückt. Beim Tor habe ich gesehen, dass ich eine freie Schussbahn kriege – hat ganz gut geklappt. Jetzt wollen wir natürlich auch da oben dabei bleiben, das ist klar“

Auch sein Coach Christian Ilzer feierte sein Team: „Der Start ins Jahr kann sich sehen lassen, das Momentum ist auf unserer Serie. Es war ein richtiger Arbeitssieg. Jeder träumt jetzt von der Champions League, der UNterschied ist dann aber die Umsetzung – das machen wir im Moment sehr gut.“

Steffen: „Sind zu hektisch geworden“

Sein Kollege Horst Steffen gab im Sportschau-Gespräch zu: „Wir sind nach dem 0:2 und der Roten Karte zu hektisch geworden. Wir müssen klarere Chancen herausspielen und sauberere Abschlüsse haben. Jetzt wollen wir gegen Gladbach am Samstag den Turnaround schaffen.“

Bremens Senne Lynen haderte: „Die Fans haben zu Recht gepfiffen, uns fehlen einfach die Ergebnisse. Wir tuns vor dem gegnerischen Tor sehr schwer und wie wir nach dem Platzverweis das 0:2 kassieren – das ist einfach zu billig.“

Beide Teams mit vielen Ungenauigkeiten

Die erste Großchance der Partie hatte aber Bremen – bereits nach rund 40 Sekunden. Nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte schalten die Hausherren schnell um, Jens Stage setzte Justin Njinmah in Szene, der aber aus 14 Metern knapp am rechten Pfosten vorbeizielte. Kurz danach hatten auch die Gäste ihren ersten vielversprechenden Abschluss, doch Andrej Kramaric scheiterte an Mio Backhaus.

In der Folge entwickelte sich ein offenes Spiel, in dem beide Teams versuchten, das Mittelfeld schnell zu überbrücken. Hoffenheim erhöhte nach einer Viertelstunde merklich den Druck, spielte sich aber zunächst keine weiteren Gelegenheiten heraus.

Auch bei den Bremern fehlte es im Anschluss an die Njinmah-Chance immer wieder an Genauigkeit. Der letzte Pass kam nicht an, die Flügel wurden völlig vernachlässigt, Nationaltorhüter Oliver Baumann im TSG-Tor bekam keine Chance, sich auszuzeichnen.

DFB-Keeper Oliver Baumann wurde in der Anfangsphase von den Bremern kaum getestet.

Winkel-Kracher und Platzverweise

Eine Minute vor der Pause packte dann aber Alexander Prass den Hammer aus. Nach kurzer Ablage von Kramaric jagte er die Kugel aus knapp 25 Metern aus zentraler Position per Vollspann in den rechten Winkel – ein absolutes Traumtor. Backhaus versuchte sich zwar noch zu strecken, war aber komplett chancenlos gegen das 110 km/h-Geschoss des Österreichers.

Vier Minuten nach Wiederanpfiff schwächte sich die TSG dann selbst. An der Mittellinie grätschte Wouter Burger komplett sinnfrei mit den Stollen voraus in das Schienbein von Romano Schmid. Schiedsrichter Frank Willenborg zeigte dem Niederländer zunächst Gelb, wurde aber an den Videoschirm beordert und korrigierte anschließend seine Fehlentscheidung – Hoffenheim musste in Unterzahl weitermachen.

Schiedsrichter Frank Willenborg am VAR-Bildschirm.

Prömel legt das 2:0 nach

Doch anstatt nun Druck aufzubauen, schienen sich die Bremer erstmal mit diesem Vorteil arrangieren zu müssen. Und ehe sie ihre Orietierung gefunden hatten, lagen sie mit 0:2 in Rückstand. Prömel setzte sich in dabei im Luftduell locker gegen Bremens Abwehrmann Jovan Milosevic, der noch auf ziemliche plumpe Weise ein Stürmerfoul vorzutäuschen versuchte – weder der VAR noch Willenborg fielen aber darauf herein.

Und es lief weiter bitter für Bremen. In der 64. Minute erklang schon das Nebelhorn im Weserstadion, weil Schmid nach schöner Vorarbeit von Julian Malatini und Njinmah mit der Hacke ins Tor traf. Doch wieder schaltete sich der VAR ein: Schmid hatte sich hauchdünn im Abseits befunden.

Romano Schmid hofft auf eine gute Nachricht von Frank Willenborg – aber vergebens.

Bremen kämpft, bleibt aber glücklos

In den letzten 15 Minuten riskierte Bremen dann deutlich mehr und schnürte Hoffenheim in der eigenen Hälfte ein. Doch die fehlende Durchschlagskraft zog sich für die Gastgeber durch den ganzen Abend: Stage, Senne Lynen, Samuel Mbangula und mehrfach Keke Topp hatten alle noch ordentliche bis sehr gute Abschlussgelegenheiten, es fehlte aber immer wieder an Konsequenz und Präzision.

Bremen gegen Mönchengladbach, Hoffenheim bei Union

Bremen ist damit weiterhin nur drei Punkte vom Abstiegsrelegationsplatz entfernt und braucht am Samstagnachmittag gegen Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr) dringend einen Sieg. Hoffenheim ist zeitgleich bei Union Berlin zu Gast (15.30 Uhr).