Und ganz wichtig: Es braucht einen zentralen Erinnerungsort in der Stadt, „einen Ort zur Auseinandersetzung mit diesem Thema“, wie Stingele sagt. Zwar gebe es das ehemalige Gestapo-Hauptquartier Hotel Silber als zentralen Erinnerungsort, doch in dem werden viele verschiedene Aspekte des NS-Unrechts behandelt.
„Ein idealer Ort wäre der Bahnhofsturm“, findet Stingele, denn am Bahnhof kamen die Züge mit den Zwangsarbeiter:innen an. Oder vielleicht ein Denkmal im Hof des alten Schlosses, der, auch das heute kaum bekannt, der zentrale Umschlagplatz war, eine Art Stuttgarter „Sklavenmarkt“.
Die Aktiven des Arbeitskreises haben viele konkrete Ideen, trotz ehrenamtlichen Engagements wird dabei auch die Finanzierung immer wichtiger werden. „Wir hoffen, dass wir in Zukunft noch Geld bekommen“, sagt Sonja-Maria Bauer, neben Förderungen von der momentan eher klammen Stadt gebe es auch die Idee, Firmenstiftungen und Gewerkschaften anzusprechen. „Viele Firmen sind da offen“, sagt Bauer, „ich bin optimistisch.“
Die interaktive Karte ist zu finden auf der Website „NS-Zwangsarbeit in Stuttgart“.
Veranstaltungshinweis: „Die Süddeutsche Zucker-AG und ihr Standort Stuttgart-Cannstatt im Nationalsozialismus. Zuckererzeugung, Nazifizierung, Zwangsarbeit, Kontinuität“, Buchvorstellung und Gespräch mit Professor Dr. Manfred Grieger (Universität Göttingen), 4. Februar 2026, 19 Uhr, Stadtarchiv Stuttgart, Bellingweg 21, 70372 Stuttgart, Vortragssaal. Der Eintritt ist frei.