Blauleuchtendes Schild: Abflug H, J

Stand: 27.01.2026 18:02 Uhr

Am Frankfurter Flughafen ist der Probebetrieb im neuen Passagier-Terminal 3 gestartet. Noch bis Mitte April sollen Tausende Freiwillige testen, ob Check-in, Sicherheitskontrolle und Boarding reibungslos klappen.

Knapp drei Monate vor dem Start haben am Frankfurter Flughafen die Ablauftests für das neue Passagier-Terminal 3 begonnen. Bis zu 19 Millionen Fluggäste sollen künftig pro Jahr von hier aus auf ihre Flugreisen gehen.

Damit alles reibungslos klappt, hat der Flughafenbetreiber Fraport über eine Agentur 8.000 Komparsen angeheuert, um die Abläufe in dem rund vier Milliarden Euro teuren Gebäude durchzuspielen.

Die ersten Flüge sind für den 23. April geplant.

Alle Abläufe einer Flugreise im Test

In den mehr als 20 Testläufen geht es um die einzelnen Prozesse einer Flugreise bis zum Start. Entlang der sogenannten „Customer Journey“ gibt es eine Vielzahl von Einzelschritten von der Ankunft über das Einchecken, die Gepäckaufgabe und Sicherheitskontrollen bis zum Flugsteig.

Die Komparsen werden auf verschiedene fiktive Flüge verteilt, erhalten Gepäckstücke und kleine Aufgaben zum Testen.

Tobias Reiter aus Rastatt soll beispielsweise ein Sportgewehr mit auf dem Flug nach Seoul nehmen. Der Versicherungskaufmann hat im Vielflieger-Forum von dem Testlauf gelesen.

Andere Testpersonen müssen Sperrgepäck aufgeben oder sich die Mehrwertsteuer für ihre in Deutschland gekauften Mitbringsel erstatten lassen. Am ersten Testtag wuselten mehr als 200 Freiwillige in grünen Westen durch die neuen Gebäude.

Für die Bundespolizei sind die Tests bereits der Ernstfall, denn die Schengen-Außengrenze ist seit Wochen scharf gestellt. An einzelnen Tagen sollen bis zu 1.000 Testpersonen im Einsatz sein. Sie erhalten ein Lunchpaket und pro Stunde den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro.

Zum Beginn des Testbetriebs nehmen Komparsen ihre Koffer in Empfang um damit den simulierten Check-In zu durchlaufen.

Noch mehr als bislang müssen sich Passagiere ab April vorab informieren, an welchem Terminal ihr Flug startet oder ankommt. Vor allem mit dem Auto kann viel Zeit verloren gehen, wenn man zum falschen Terminal anreist oder Abholer dorthin bestellt. Denn während das Terminal 1 über Abfahrten an der Autobahn A3 erreichbar ist, führt der Weg zum neuen Gebäude über die Autobahn A5.

Die beiden Terminals sind mit der flughafeneigenen „Sky Line-Bahn“ verbunden.

Terminal 2 wird saniert

Bis zum Sommer sollen in vier Wellen die Fluggesellschaften in das Terminal 3 umziehen, die bislang am sanierungsbedürftigen Terminal 2 beheimatet waren. Es handelt sich im Wesentlichen um Airlines der Bündnisse um British Airways und Air France-KLM sowie die arabischen Anbieter Etihad und Emirates.

Die Gesellschaften des Lufthansa-Bündnisses Star Alliance bleiben im Terminal 1.

Sobald alle Gesellschaften das Terminal 2 verlassen haben, schließt Fraport dieses 1993 in Betrieb genommene Gebäude für eine umfassende Sanierung. Eine exakte Planung liegt nicht vor und eilt auch nicht, weil mit dem neuen T3 die Gebäudekapazitäten nach der Corona-Delle noch lange Jahre ausreichen dürften. Fraport-Chef Stefan Schulte hat mehrfach erklärt, dass dort Erweiterungsflächen für die Lufthansa und ihre Partner entstehen könnten.

Hessischer Rundfunk