Kabarett ausverkauft
„Wanderzirkus“: Wohin mit der Lach- und Schießgesellschaft?
Aktualisiert am 27.01.2026 – 14:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Schild der Lach- und Schießgesellschaft hängt nun auf der anderen Isar-Seite. In München wird ein neuer Standort gesucht. (Quelle: Britta Schultejans/dpa/dpa-bilder)
Im November 2025 erst zog die legendäre Münchner Lach- und Schießgesellschaft um. Das Publikum folgte. Doch am neuen Standort kann die Bühne nicht bleiben.
Zwar seien die Programme, die seit Mitte Januar im Kulturzentrum Fat Cat im früheren Gasteig auf die Bühne gekommen seien, erfolgreich und nahezu komplett ausverkauft gewesen, sagt Bühnenchef Till Hofmann der Nachrichtenagentur dpa. Doch schon Ende September sei wieder Schluss im Fat Cat.
Dann muss das Kulturzentrum, in dem auch Michael Mittermeiers Club „Lucky Punch“ eine vorübergehende Heimat gefunden hat, ausziehen, weil die Gasteig-Sanierung beginnen soll. Wie Mittermeier und Hofmann hatten viele Kulturschaffende gehofft, es möge noch länger so laufen mit dem Zwischennutzungsprojekt.
„Das war immer das Risiko der Zwischennutzung“, sagte Hofmann, der noch nicht weiß, wie und wo es mit seiner Bühne nach diesem September weitergeht, der Deutschen Presse-Agentur. Solange es kein neues Haupthaus gebe, stelle er sich wechselnde Spielstätten vor – „ein bisschen wie ein Wanderzirkus“.
Erst im November vergangenen Jahres war die Lach- und Schießgesellschaft offiziell mit Musik und einer kleinen Parade umgezogen. Das Leuchtschild mit Aufschrift wurde abgeholt und am Zwischennutzungs-Kulturzentrum wieder angebracht.
Der neue und alte Chef Hofmann hatte den Umzug initiiert und damit einen klaren Schnitt gesetzt, nachdem die legendäre Kabarettbühne von Dieter Hildebrandt und Co. jahrzehntelang in Schwabing verwurzelt gewesen war. Hofmann war schon mal Chef, einst im Streit gegangen – und kehrte dann zurück.
Und auch das war nicht der erste Neustart in jüngerer Vergangenheit. Im November 2024 war die Lach- und Schießgesellschaft an ihrem Stammhaus in Schwabing mit viel Nostalgie und in Anwesenheit von Hildebrandts Witwe Renate wiedereröffnet worden. Zuletzt aber wurde dort kaum noch gespielt.
Mit dem Umzug raus aus Schwabing kam auch viel Publikum, wie Hofmann der dpa sagte. Allein an einem Abend mit dem legendären Kabarettisten Gerhard Polt zusammen mit dessen österreichischem Kollegen Josef Hader hätte die Lach- und Schießgesellschaft zweimal die OIympiahalle füllen können, sagte Hofmann. So groß sei die Nachfrage gewesen. Bei dem Auftritt der beiden auf der kleinen Bühne im Fat Cat mussten viele, die noch auf ein Last-Minute-Ticket gehofft hatten, draußen bleiben.
