Bei der Veranstaltung tauschten die Referenten Informationen aus.

Bei der Veranstaltung tauschten die Referenten Informationen aus.

Laut den auf der Konferenz präsentierten Informationen verfügt Vietnam über rund 30 Millionen elektronische Patientenakten. 64 % der Krankenhäuser nutzen elektronische Patientenakten, und alle Gesundheitseinrichtungen des Landes sind an das Sozialversicherungssystem angeschlossen. Diese Daten bilden die Grundlage für ein digitales und patientenorientiertes Gesundheitsmanagement.

Dr. Tran Quy Tuong, außerordentliche Professorin und Präsidentin der Vietnamesischen Gesellschaft für Medizinische Informatik, erklärte: „Vietnam verfügt über einen einzigartigen Vorteil, den nur wenige Länder besitzen, nämlich ein einheitliches politisches System und ein einheitliches Sozialversicherungssystem. Dies erleichtert die Verknüpfung, den Austausch und die Nutzung medizinischer Daten, sofern wir uns gut organisieren und den richtigen Weg einschlagen.“

Hinter diesen ersten Ergebnissen verbergen sich jedoch eine Reihe struktureller Engpässe. So sind medizinische Daten beispielsweise weiterhin fragmentiert und weisen keine echte Vernetzung zwischen verschiedenen Ebenen und Regionen auf; Datenstandards sind nicht synchronisiert; die Übernahme internationaler Standards verläuft schleppend; die technologische Infrastruktur, Rechenzentren und hochqualifizierte Fachkräfte genügen nicht den Anforderungen, insbesondere hinsichtlich des Risikos von Informationsunsicherheit bei der Vernetzung von Daten in großem Umfang.

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Ein Blick auf die Konferenz.

Aus Sicht der staatlichen Verwaltung hat das Gesundheitsministerium begonnen, diese Engpässe durch einen Rechtsrahmen und eine langfristige Infrastrukturausrichtung anzugehen. Es empfahl der Regierung die Verabschiedung des Dekrets 102 zur Verwaltung medizinischer Daten, das 24 Gruppen medizinischer Daten festlegt, die verwaltet werden müssen. „Vier Datengruppen werden an das nationale Rechenzentrum unter der Leitung des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit übertragen, die übrigen 20 Gruppen werden vom Gesundheitsministerium verwaltet. Wir bauen eine übergreifende Architektur auf, die von den Rechenzentren der Gesundheitsbehörden über das Gesundheitsministerium bis hin zum nationalen Rechenzentrum reicht“, sagte Herr Tuong.

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Frau Alexandra Smith, britische Generalkonsulin in Ho-Chi-Minh-Stadt.

Im Rahmen des Workshops tauschten britische Experten zahlreiche Erfahrungen aus dem britischen Gesundheitssystem aus, in dem Gesundheitsdaten als Grundlage für Systemsteuerung, Präventivmedizin und personalisierte Gesundheitsversorgung gelten. Die britische Generalkonsulin in Ho-Chi-Minh-Stadt, Alexandra Smith, betonte: „Die digitale Transformation im Gesundheitswesen betrifft nicht nur Technologie, sondern auch Menschen, Systeme und langfristige Partnerschaften. Richtig konzipiert, kann die digitale Gesundheitsversorgung dem System helfen, bessere Leistungen zu erbringen, mehr Menschen zu erreichen und nachhaltiger zu wirtschaften.“

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Zwischen der Phoenix Partnership Group und der Vietnam Medical Informatics Association wurde eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Im Rahmen des Workshops wurden zwei Kooperationsvereinbarungen unterzeichnet: eine Absichtserklärung zwischen der Phoenix Partnership Group und der Vietnam Medical Informatics Association sowie eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Community Health Innovation Laboratory der University of Liverpool und der Ho Chi Minh City University of Medicine and Pharmacy zur Förderung der wissenschaftlichen Forschungskooperation, des Wissensaustauschs und der medizinischen Ausbildung.

Die Unterzeichnung von Kooperationsvereinbarungen über elektronische Patientenakten sowie medizinische Forschung und Ausbildung zwischen britischen und vietnamesischen Organisationen zeigt, dass die digitale Transformation als langfristiger, gemeinschaftlicher Prozess und nicht als isoliertes Projekt betrachtet wird.

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Eine Kooperationsvereinbarung zwischen einer Einheit der Universität Liverpool und der Universität für Medizin und Pharmazie von Ho-Chi-Minh-Stadt.

Die Erfahrungen Großbritanniens in den Bereichen Datenkonnektivität, Systemstandardisierung und Verknüpfung technologischer Innovationen mit Organisationsreformen dürften Vietnam helfen, die Testphase zu verkürzen und kostspielige Fehler zu vermeiden.

Der Workshop unterstrich die zunehmend wichtige Rolle der internationalen Zusammenarbeit bei der digitalen Transformation des Gesundheitswesens. Der nächste Schritt ist die konsequente Umsetzung, die Gewährleistung der Datensicherheit und die Fokussierung auf den Menschen, damit Technologie tatsächlich zu einem Instrument im Dienste der öffentlichen Gesundheit wird.

NHAT THANH

Quelle: https://nhandan.vn/thuc-day-hop-tac-chuyen-doi-so-y-te-giua-viet-nam-va-vuong-quoc-anh-post939524.html