„Teheran letzte Nacht“, heißt es in einem Facebookpost mit Video. Darin sollen aktuelle Aufnahmen aus dem Iran zu sehen sein, wo seit Wochen Massen von Menschen gegen die Regierung protestieren. In dem Video scheint eine Hauptstraße voll mit hunderten, vielleicht sogar tausenden Menschen zu sein, die ihr Handy mit angeschaltetem Licht in die Höhe halten.

Bewertung

Das Video zeigt keine echte Szene in Teheran. Es wurde mit Künstlicher Intelligenz erschaffen.

Fakten

Wenn man davon ausgeht, dass Tausende Menschen gemeinsam an einem öffentlichen Ort stehen und ihr Handy parat haben, müssten von dieser Szene eigentlich zahllose Videos auftauchen.

Doch in diesem Fall gibt es abseits des einen Videos kein Material von dieser Szenerie, was seltsam ist, auch wenn wie erwähnt wenig Aufnahmen aus dem Iran verfügbar sind. Zumal der iranische Staat mit Gewalt auf die Aufstände reagiert hat – sprich, von der Niederschlagung und Verfolgung der im Video unterstellten Proteste hätten sich ebenfalls Bilder verbreiten können, hätten sie tatsächlich in dieser Form stattgefunden.

So eine Spur auf dem Weg zur Falsifizierung findet man mit der Bilderrückwärtssuche. Die Suche ergibt außerdem, dass eine Künstlerin bereits am 10. Januar das fragliche Video auf ihrem Instagram-Account veröffentlicht hat und im Begleittext schreibt: „Eine digitale Hommage an die aktuellen Proteste im Iran.“ Die Bilder sollten nicht die Wirklichkeit ersetzen.

In einem Post auf dem Profil beschreibt die Künstlerin, dass sie mit Künstlicher Intelligenz arbeitet. Auf dem Account hat sie viele weitere Videos, die mit Künstlicher Intelligenz entstanden sind. Auch der Post eines anderen Nutzers vom 11. Januar, der das Video mit dem angeblichen Lichtermeer verbreitet, betont seine Entstehung mittels Künstlicher Intelligenz.

Proteste im Iran

Der iranische Staat hat auf die jüngsten Massenproteste unerbittlich reagiert – mit tödlicher Gewalt, Überwachung und digitaler Abschottung. Menschenrechtsaktivisten dokumentieren die gewaltsame Antwort des Machtapparats. Etwa 4.000 Todesopfer hat das in den USA ansässige Menschenrechtsnetzwerk HRANA bislang verifiziert. Meldungen von weiteren knapp 9.000 Todesfälle werden laut Angaben der Organisation noch geprüft.

(Stand: 20.1.26)

Recherche vertiefen? Hier geht´s zu den Links

Haben auch Sie einen Sachverhalt, den man einmal unter die Lupe nehmen sollte? Ein Foto, Video oder eine Aussage, die geprüft werden sollte? Dann freuen wir uns über Ihre Nachricht an die dpa-Faktenchecker unter 0160 3476409 via WhatsApp (Keine Gewähr für die Bearbeitung).

Transparenzhinweis

Das Projekt „Augsburg checkt‘s“ erfolgt in gemeinsamer Zusammenarbeit der Stadt Augsburg, den Stadtwerken Augsburg, der Augsburger Allgemeinen und der Deutschen Presseagentur. Stadt und Stadtwerke stellen Gebäude, Liegenschaften sowie Fahrzeuge für die Initiative zur Verfügung. Auf Inhalte haben sie keinen Einfluss. Die Faktenchecks wurden von der Deutschen Presseagentur recherchiert und werden über die Augsburger Allgemeine publiziert. 

  • Iran

    Icon Haken im Kreis gesetzt

    Icon Plus im Kreis

  • Teheran

    Icon Haken im Kreis gesetzt

    Icon Plus im Kreis

  • Instagram

    Icon Haken im Kreis gesetzt

    Icon Plus im Kreis