Auf der Nürnberger Spielwarenmesse zeigen Hersteller aus der ganzen Welt ihre Neuheiten. Zwei Trends werden dabei sichtbar: Spielzeuge, die dank künstlicher Intelligenz mitdenken oder sich individuell an den Spieler anpassen, einerseits. Und andererseits vollkommen analoge Produkte, zum Begreifen, Fühlen und kreativen Selbermachen anregen. Ein Messerundgang in sieben Stationen:
1.
Qubitunes: Die Musikmaschine zum Mitspielen
Durch und durch digital ist die Musikbox Qubitunes des norwegischen Herstellers Qubs, einen Bildschirm sucht man aber vergebens. Das Spielzeug sieht aus wie eine flache Trommel. In dem gelben Holzrahmen mit dem Smiley-Gesicht ist die ganze Technik unsichtbar unter der Schlagfläche untergebracht. Um das Spiel zu starten, braucht man einen schmalen Holzklotz, den man in einen Schlitz auf der Oberfläche steckt. Dazu kommen vier Spielfiguren, die man auf der Schlagfläche in verschiedene Bereiche stellen kann. Die Spielsteine können etwa ein bestimmtes Instrument repräsentieren. Steht die Figur dann auf der Trommel, spielt sie etwa den Gitarrenpart des gewählten Lieds. Nach und nach kommen so andere Instrumente dazu oder werden weggenommen. Je nachdem, auf welche der vier Flächen der Spielfläche man die Figur stellt, ändert sich auch die Charakteristik des Instruments. Was etwas kompliziert klingt, ist in echt ganz intuitiv zu verstehen. Es gibt Spielkassetten von Tierlauten über Country bis zu Orchesterstücken. Zudem sind auch Lernspiele erhältlich, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren. Künftig soll man auch eigene Inhalte aufnehmen können. Wichtiger Hinweis für alle Eltern: Einen Kopfhörerausgang gibt es auch.

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Die Qubitunes Musikbox weckt Kreativität.
Foto: Qubs
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Die Qubitunes Musikbox weckt Kreativität.
Foto: Qubs
2.
Töpferstudio für zu Hause
Mit bis zu 220 Umdrehungen pro Minute dreht sich die Töpferscheibe des Sets des französischen Herstellers Buki. Ein Kilogramm Tonerde und eine detaillierte Anleitung ermöglichen es, sofort loszulegen. Im Paket enthalten sind auch Spatel, Schwamm und weitere Werkzeuge. Dank eines zweiten Scheibenaufsatzes kann auch weitergespielt werden, wenn das erste Kunstwerk fertig ist. Ganz zu sich selbst kommen, mit den Händen am Ton, hier steht dem nichts mehr im Wege.

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Der französische Hersteller Buki bietet ein Töpfersystem für zu Hause.
Foto: Matthias Zimmermann
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Der französische Hersteller Buki bietet ein Töpfersystem für zu Hause.
Foto: Matthias Zimmermann
3.
Ein humanoider Roboter für zu Hause
Der Pib wurde schon mehrfach ausgezeichnet und bereits in über 100 Schulen in Deutschland zum Leben erweckt. Die Abkürzung steht für die englische Beschreibung von „druckbarer intelligenter Automat“ und sagt schon alles: Für gut 3000 Euro gibt es alle Schrauben, Kugellager, Motoren, Elektroteile und weitere Elemente, die man zum Zusammenbauen benötigt. Die Druckdaten für den 3D-Drucker sind frei verfügbar im Internet erhältlich. Jürgen Baier, Co-Geschäftsführer des Nürnberger IT-Unternehmens Isento, das den Roboter eigentlich nur im Rahmen eines studentischen Projekts entwickeln ließ, ist stolz darauf, dass mittlerweile eine richtige Gemeinschaft entstanden ist, die untereinander Programme, die für den Pib geschrieben wurden, austauscht. So kann Pib schon Getränke servieren, Sprache verstehen und den Weg durch die Messe beschreiben.

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Der humanoide Roboter Pib kann selbst zusammengebaut und programmiert werden.
Foto: Daniel Karmann, dpa
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Der humanoide Roboter Pib kann selbst zusammengebaut und programmiert werden.
Foto: Daniel Karmann, dpa
4.
Ein 3-D-Puzzle aus Holz
Puzzles und Brettspiele sind seit Corona wieder im Aufschwung. Ein ganz neues Puzzle hat der deutsche Hersteller Frechling in Nürnberg vorgestellt. Die Teile des Loggos sind aus verschiedenen Holzarten gearbeitet und bleiben dank einer gummierten Oberfläche mit den flachen Seiten auch in schiefen Winkeln aufeinander stehen – oder eben nicht. Alt und Jung können gemeinsam spielen und sich an fantasievollen Gebilden versuchen. Gefertigt wird in der hauseigenen Schreinerei und in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Stuttgart.

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Der deutsche Hersteller Frechling hat mit Loggos ein Puzzlesystem erfunden.
Foto: Frechling
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Der deutsche Hersteller Frechling hat mit Loggos ein Puzzlesystem erfunden.
Foto: Frechling
Das Tamagotchi war gestern. Der Spuk mit den angeblichen digitalen Lebewesen in einem bunten Kunststoffei war ab 1997 ein großer Hype – und ist mittlerweile weitgehend vergessen. Den Ropet, ein Kunstwort für AI Robot Pet, also ein Roboter-Haustier mit KI, wird nicht so schnell vergessen, wer ihn einmal in der Hand hatte. Der chinesische Hersteller bewirbt das „Haustier der Zukunft“ mit dem Versprechen, es lerne seine Besitzer oder seine Besitzerin mit der Zeit unter vielen anderen Menschen zu unterscheiden. In der auf 39 Grad Körperwärme beheizten Plüschkugel steckt viel Hightech. Seine Augen folgen Menschen durch den Raum, manchmal kann er sehr lieb „Mama“ sagen und wenn eine Katze vorbeiläuft, macht er „Miau“. Dank Gesichtserkennung kann der Ropet die Stimmung seines Besitzers erkennen und entsprechend reagieren. Sein Pelz ist waschbar.

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Der Ropet soll das Haustier der nächsten Generation sein.
Foto: Ropet
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Der Ropet soll das Haustier der nächsten Generation sein.
Foto: Ropet
6.
Upcycling für Versandkartons
Das perfekte Spielzeug für Kinder, deren Eltern gerne im Onlinehandel bestellen: Mit den Boxineers-Sets des britischen Herstellers Learning Resources lassen sich die alten Kartons zu einem zweiten Leben erwecken. Entweder als fantasievolle Tiere oder als flotte Flitzer. Die Kinder können mit einfachen Werkzeugen Löcher in die Kartons bohren und so dann Augen, Räder oder Flügel festclippen. Ist der Karton irgendwann doch kaputt, lassen sich die Verzierungen wieder abmachen und an den nächsten clippen.

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Mit dem Boxineers-Set können alte Kartons viel Spielspaß bringen.
Foto: Learning Resources
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Mit dem Boxineers-Set können alte Kartons viel Spielspaß bringen.
Foto: Learning Resources
7.
Digitaler Würfelbecher
Erraten, welche Zahlen auf den Würfeln unter einem Becher sind, gehört zu den Grundprinzipien vieler Spiele. Der TukToro muss nicht raten, er weiß es, selbst wenn der Becher noch nicht geöffnet ist. Das Berliner Start-up hat den digitalen Würfelbecher für Kinder von vier bis acht Jahren entwickelt. Das Spiel soll Mengen- und Zahlenverständnis schulen und dazu anregen, erste Rechnungen zu machen. Die gewürfelten Zahlen werden in die dazugehörige App übertragen und dort in die verschiedenen Lernspiele.

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Der TukToro kombiniert ein Würfelspiel mit einer Lern-App.
Foto: TukToro
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Der TukToro kombiniert ein Würfelspiel mit einer Lern-App.
Foto: TukToro
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Matthias Zimmermann
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