Die Stuttgarter Brachfläche, auf der neben Gewerbe auch bis zu 600 Wohnungen entstehen sollen. Im Hintergrund ist das SI-Zentrum zu sehen. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt
Der Gemeinderat stimmt für die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans für ein Areal in Stuttgart-Möhringen. Hier soll in den kommenden Jahren ein Wohn- und Gewerbequartier entstehen.
Auf einem rund 50 000 Quadratmeter großen Grundstück, das in Stuttgart-Möhringen zwischen der Plieninger Straße, der Kurt-Schumacher-Straße und der Stadtbahntrasse liegt und auf dem einst der IT-Konzern IBM und später Daimler beheimatet waren, soll in den kommenden Jahren ein modernes und attraktives Wohn- und Gewebequartier entstehen.
Modernes Wohnquartier für Stuttgart
Das Immobilienunternehmen Hines hat bereits 2017 das Grundstück mit dem Ziel erworben, hier ein reines Gewerbegebiet mit gut 4000 Arbeitsplätzen zu schaffen. Von diesen Plänen ist man abgerückt, auch weil die Nachfrage nach Büroräumen gesunken ist. Stattdessen soll jetzt ein Mischgebiet mit Gewerbe (etwa 2500 Arbeitsplätze) sowie rund 500 bis 600 Wohneinheiten entstehen.
Dabei muss sich der Investor an das Stuttgarter Innenentwicklungsmodell (SIM) halten, das 30 Prozent geförderten Wohnraum vorsieht. Während das Gewerbegebiet im nördlichen Teil des Areals vorgesehen ist, stehen die Flächen im Süden dem Wohnungsbau zur Verfügung.
So könnte die grüne Fuge des neuen Wohn- und Gewerbequartiers in Stuttgart aussehen. Foto: Visualisierung Pickard Chilton/Liefang
Für die Realisierung des Projekts fehlen jedoch noch die baurechtlichen Grundlagen. In diesem Fall muss der Flächennutzungsplan geändert und ein neuer Bebauungsplan geschaffen werden. Für beides gab der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik am Dienstag einstimmig grünes Licht. „Ein großes und wichtiges Projekt für Stuttgart“, hatte zuvor Stuttgarts Baubürgermeister Peter Pätzold betont, vor allem wegen des fehlenden Wohnraums in der Landeshauptstadt .
Stuttgarter Architekten planen sechs Gebäude und eine Grünfuge
An den grundsätzlichen Planungen ändert sich nichts. Den Architektenwettbewerb im Jahr 2018 hatte das Büro Pickard Clinton (USA) in Arbeitsgemeinschaft mit ARP Architekten und Glück Landschaftsarchitekten (beide Stuttgart) gewonnen. Vorgesehen sind insgesamt sechs große Gebäudeblocks, die sich paarweise gegenüberstehen. In der Mitte ist eine großzügige, bis zu 40 Meter breite Grünfuge geplant.
Die für den nördlichen Bereich des Standortes vorgesehenen Büronutzungen sollen im Erdgeschoss durch Restaurants, Cafés, Fitnessangebote und einen Lebensmittelmarkt ergänzt werden. Im südlichen Abschnitt soll ein gemischtes Quartier mit dem Schwerpunkt auf Wohnen und der dafür notwendigen, ergänzenden Infrastruktur wie etwa einer Kita entstehen.
Veränderungen rund um die Landhauskreuzung in Stuttgart-Möhringen
Generell wird sich das Gebiet rund um die Landhauskreuzung in den kommenden Jahren massiv verändern. Entsprechende Pläne gibt es für die ehemaligen Daimler-Gebäude (heute Campus Sternhöhe), wie auch für das SI-Zentrum.
Was die Zukunft des Pressehauses und dessen Grundstücks angeht, so lässt sich dagegen Stand heute noch gar nichts sagen. Fakt ist: falls dort einmal die Bundesbank bauen sollte, wäre kein neuer Bebauungsplan nötig. Für Wohnungsbau, was der Gemeinderat sicher favorisieren würde, schon. Denn auf dem Grundstück könnten weitere Wohneinheiten entstehen.