Der Jahreswirtschaftsbericht 2026 wirft bereits vor seiner Vorstellung Fragen auf. Die Grünen sehen Deutschland in einer schweren wirtschaftlichen Lage. Schuld daran sei die Regierung. Mit internen Debatten werde die Wettbewerbsfähigkeit gefährdet.

Unmittelbar vor der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts 2026 durch Ministerin Katherina Reiche kommt von den Grünen im Bundestag scharfe Kritik am wirtschaftspolitischen Kurs der Regierung von Kanzler Friedrich Merz. „Bisher konzentriert sich der CDU-Teil der Bundesregierung darauf, Arbeitnehmer zu beleidigen und Wahlgeschenke zu verteilen, anstatt sich um die realen Probleme der Unternehmen und ihrer Beschäftigten zu kümmern“, sagte die wirtschaftspolitische Sprecherin Sandra Detzer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Reiche stellt den Bericht und eine aktualisierte Konjunkturprognose heute um 14.30 Uhr vor. Dabei dürfte die Regierung frühere Erwartungen für das Jahr 2026 wieder etwas nach unten korrigieren. In ihrer vorherigen Prognose im Herbst hatte die Bundesregierung noch mit einem Plus von 1,3 Prozent gerechnet.

Probleme bereiten der deutschen Wirtschaft insbesondere die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump sowie die zunehmende Konkurrenz durch chinesische Unternehmen. Getragen wird das Wachstum hingegen vor allem von den staatlichen Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung. Wirtschaftsverbände und Ökonomen fordern strukturelle Reformen.

„Von Wirtschaftswende keine Spur, das wenige Wachstum ist Sondereffekten geschuldet“, sagte Detzer dem RND. Nur ein Mini-Wachstum von 0,3 Prozent soll kommen, so die Prognose.

Die deutsche Wirtschaft stehe weiterhin „im perfekten Sturm“, die bisherigen Maßnahmen verpufften ohne Wirkung. „Bisher funktioniert in der Bundesregierung vor allem eins: Der beherzte Streit über die Lageanalyse und die richtigen Lösungen. So verspielt man die künftige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands“, kritisierte die Wirtschaftsexpertin der Grünen.

ceb