Nach der kurzfristig verhängten Sperrung der Mülheimer Ruhrtalbrücke der A52 meldet sich die Industrie- und Handelskammer zu Wort. Sie sieht ein „massives wirtschaftliches Risiko“ für die heimischen Unternehmen, sollte die Sperrung zwischen dem Kreuz Breitscheid und Essen-Kettwig länger andauern.

Mülheim-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!

Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.

Newsletter Illustration

Mülheim-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!

Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der
Werbevereinbarung
zu.

Die Sperrung der Ruhrtalbrücke stelle die Wirtschaft in der MEO-Region vor erhebliche Herausforderungen, heißt es in einer Stellungnahme der Kammer vom Mittwochmorgen. Besonders kritisch sei, dass bislang nicht absehbar sei, wie lange die Sperrung andauern wird.

IHK-Chefin zur A52-Sperrung: „Untätigkeit oder Abwarten ist für die Wirtschaft keine Option“

„Die A52 ist eine zentrale Verkehrsachse für unsere Region. Wenn sie wegfällt und gleichzeitig niemand sagen kann, wie lange, dann fehlt der Wirtschaft in unserer Region jegliche Planungsgrundlage“, erklärte Kerstin Groß, Hauptgeschäftsführerin der IHK zu Essen. Firmen seien auf verlässliche Verkehrsstrukturen angewiesen – für Lieferketten, Arbeitswege und Kundenbeziehungen. Bereits jetzt berichteten Betriebe von Verzögerungen, höheren Kosten und organisatorischen Schwierigkeiten.

„Es war nicht die Frage, ob diese Brücke gesperrt werden muss, sondern wann“, so Groß mit Blick darauf, dass ein Brückenneubau lange schon in Rede ist, weil die 1800 Meter lange Brücke aus den 1960er-Jahren als nicht tauglich erachtet wird, 80.000 Fahrzeuge, die täglich über sie rollen, auch in Zukunft zu tragen. „Umso unverständlicher ist es, dass wir nun ohne klare zeitliche Perspektive dastehen“, so Groß.

Es war nicht die Frage, ob diese Brücke gesperrt werden muss, sondern wann.

Interview mit IHK-Präsident Gerd Kleemeyer und Geschäftsführerin Kerstin Groß
Kerstin Groß, Hauptgeschäftsführerin der IHK zu Essen

Vor diesem Hintergrund richtet die IHK zu Essen erneut einen klaren Appell an die Politik: Wenn die Dauer der Sperrung unklar bleibe, brauche es umso dringlicher schnelle Entscheidungen, konkrete Maßnahmen und tragfähige Alternativen. Sollte eine kurzfristige Aufhebung der Sperrung nicht möglich sein, müssten umgehend belastbare Ausweichkonzepte geschaffen werden, um Lieferverkehre, Pendlerströme und die Funktionsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts zu sichern. „Untätigkeit oder Abwarten ist für die Wirtschaft keine Option“, so Groß.