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Charkiw (Ukraine) – Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Zug in Charkiw in der Nordost-Ukraine wurden mindestens vier Menschen getötet, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) auf Telegram mitteilte. Der angegriffene Zug beförderte rund 200 Passagiere. „Es gibt keine und kann keine militärische Rechtfertigung dafür geben, Zivilisten in einem Zug zu töten“, erklärte er weiter. Neben den Toten habe es zwei Verletzte gegeben. Bei massiven russischen Angriffen auf die Ukraine sind am Dienstag im ganzen Land mindestens elf Menschen getötet worden.

Nach dem Angriff auf den Zug in Charkiw untersucht ein Staatsanwalt für Kriegsverbrechen die Schäden

Nach dem Angriff auf den Zug in Charkiw untersucht ein Staatsanwalt für Kriegsverbrechen die Schäden

Foto: KHARKIV REGIONAL PROSECUTOR’S OFFICE/via REUTERS

Russland griff den örtlichen Behörden zufolge außerdem die Region Odessa mit etwa fünfzig Drohnen an. In der gleichnamigen Stadt wurden demnach drei Tote aus den Trümmern gezogen, rund 30 Menschen wurden verletzt. Nach Angaben des örtlichen Gouverneurs Oleh Kiper sind zwei Kinder und eine schwangere Frau unter den Verletzten.

Eine AFP-Journalistin in Odessa sah ein Wohngebäude mit eingestürzter Fassade sowie Rettungskräfte, die in den Trümmern nach Menschen suchten. Gouverneur Kiper erklärte, die Drohnen hätten dutzende Wohngebäude, eine Kirche, einen Kindergarten, eine Schule und ein Fitnesscenter beschädigt.

Dieses Wohnhaus in der ukrainischen Hafenstadt Odesa wurde am Dienstag von russischen Drohnen angegriffen

Ein Wohnhaus in der ukrainischen Hafenstadt Odessa wurde von russischen Drohnen angegriffen und zerstört

Foto: STATE EMERGENCY SERVICE OF UKRAINE/via REUTERS

Selenskyj: Russische Angriffe untergraben Diplomatie

Im Osten der Ukraine traf eine russische Gleitbombe die Stadt Slowjansk. Die Staatsanwaltschaft der Region Donezk gab den Tod eines Ehepaars bekannt, deren 20-jähriger Sohn zudem verletzt worden sei. In der Region Saporischschja sowie in der Nachbarregion Cherson wurden insgesamt zwei Menschen in ihren Häusern getötet.

„Jeder dieser russischen Angriffe untergräbt die laufenden diplomatischen Bemühungen und die Bemühungen unserer Partner, den Krieg zu beenden“, erklärte Selenskyj. „Wir erwarten von den USA, von Europa und den anderen Partnern, dass sie nicht schweigen und sich daran erinnern, dass ein echter Frieden voraussetzt, dass Druck auf Moskau ausgeübt wird“, fügte er hinzu.

Die am Wochenende gestarteten trilateralen Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA sollen nach Angaben Washingtons und Kiews am Sonntag in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate fortgesetzt werden.