Es ist wenig los an diesem widrigen Winternachmittag im Hypopark in Haidhausen. Eine Mutter schiebt einen Kinderwagen am Basketballplatz vorbei, während an den Fitnessgeräten im Süden der Grünanlage ein junger Mann Klimmzüge trainiert. Nur wenige Meter entfernt verläuft eine Baustellenzufahrt, die vor einigen Jahren hitzige Diskussionen im Viertel ausgelöst hat. An diesem Tag ist das dortige Eingangstor an der Elsässer Straße geschlossen, doch ab März werden dort wieder Laster und Bagger anrollen.
Denn auf dem benachbarten kirchlichen Zentrum der Erzdiözese München und Freising an der Preysingstraße laufen weiterhin Bauarbeiten. Und entsprechend wird dort jene Zufahrt benötigt, für die 2020 ein Teil des Hypoparks geopfert wurde – trotz Protesten aus der Bevölkerung. Dabei sollte die Baustraße am südlichen Ende der Grünanlage nach den ursprünglichen Plänen längst wieder verschwunden sein. Auf der Webseite der Erzdiözese heißt es dazu noch heute: „Die Baustellenzufahrt wird voraussichtlich bis 2024 benötigt.“ Doch erst kürzlich hat das Rathaus die Genehmigung abermals verlängert, nun bis Oktober 2026. Und bei der Erzdiözese geht man davon aus, dass die Baustellenzufahrt „auch über diesen Zeitpunkt hinaus benötigt wird“, wie eine Sprecherin mitteilt.
Mit Blick auf die regelmäßigen Genehmigungsverlängerungen spricht Jörg Spengler (Grüne) von einem „Dauerbrenner“. Dem Vorsitzenden des Bezirksausschusses Au-Haidhausen zufolge gibt es in der Bürgerschaft den Wunsch, dass der Hypopark nach dem Rückbau der Baustellenzufahrt in seinen alten Zustand versetzt wird. Größeren Unmut oder Proteste habe es zuletzt aber nicht mehr gegeben – anders als noch in der Anfangszeit.
Damals kämpften Anwohnerinnen und Anwohner und auch die Lokalpolitik gegen die Erschließung über das Gelände des Hypoparks, der in dem dicht besiedelten Viertel eine der raren Erholungs- und Grünflächen ist. Er hält mit Tischtennisplatten, Skate-, Bolz-, Streetball- und Spielplatz gerade Angebote für junge Menschen bereit. Unter anderem startete eine Mutter eine Petition gegen die Zufahrt, die mehr als 700 Menschen unterzeichneten. Doch letztlich konnte die Erzdiözese ihren Plan verwirklichen – allem Protest zum Trotz.
Die kirchliche Baustelle braucht nach wie vor eine Zufahrt. (Foto: Johannes Simon)
Benötigt wurde der Verbindungsweg durch den Hypopark vorwiegend für den Neubau der Franziskus-Grundschule im kirchlichen Zentrum, die 2023 in Betrieb ging. Darüber hinaus hat die Erzdiözese in den vergangenen Jahren laut ihrer Sprecherin aber etliche weitere Vorhaben auf dem Areal umgesetzt. So wurden unter anderem ein Seminarhaus errichtet, das Verwaltungsgebäude der Stiftungshochschule saniert, Fernwärmetrassen verlegt und die Stromversorgung erneuert.
Im Laufe dieser Arbeiten habe die Erzdiözese „einen Bedarf für weitere Instandhaltungs- und Baumaßnahmen festgestellt, die der langfristigen Entwicklung und dem Erhalt des Areals dienen“, so die Sprecherin. Aktuell seien etwa Landschaftsbau- und Brandschutzarbeiten auf dem Gelände geplant. Und perspektivisch wolle die Erzdiözese die bestehende Schwimm- und Sporthalle abreißen und durch eine neue Sporthalle ersetzen sowie das Haus 6 sanieren, das derzeit interimsweise als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird.
Vor diesem Hintergrund sei die Baustellenzufahrt auch weiterhin notwendig, teilt die Sprecherin mit. Sie weist darauf hin, dass die Erzdiözese aus eigenen Mitteln Flächen im Hypopark aufgewertet und für eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität gesorgt habe. Zudem plane man weiterhin, „nach dem Abschluss der Bauarbeiten und dem Rückbau der Baustellenzufahrt die Flächen in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen“. Allein, wann dies geschehen wird, ist derzeit offen.