Kurz bevor er für „Joker“ seinen längst überfälligen Oscar erhielt, brillierte Joaquin Phoenix in „A Beautiful Day“ – der für uns zu den besten Filmen 2018 zählt. Jetzt kehrt der zuletzt aus dem Handel verschwundene Streifen auf Blu-ray zurück.
Als die etwas andere Comic-Verfilmung begeisterte „Joker“ die Massen, die die zwischen „Taxi Driver“ und „King Of Comedy“ angelegte Origin-Story des legendären Batman-Schurken letztlich sogar zum ersten Film mit R-Rating (US-amerikanische Altersfreigabe ab 17 Jahren) machten, der über eine Milliarde Dollar einspielte. Hut ab.
Mehrere Mitglieder unserer Redaktion waren von dem Film allerdings weniger angetan und trauern einer vertanen Chance auf den großen Coup immer noch ein wenig hinterher – und in unserer Kritik raten wir deshalb auch eher zu Lynne Ramsays „A Beautiful Day“. Denn bereits ein gutes Jahr vor „Joker“ bekamen wir Hauptdarsteller Joaquin Phoenix in dem reduzierten Thriller-Mood-Piece schon einmal als getriebenen Antihelden zu sehen.
Und wenn wir einen Phoenix-Film der vergangenen Jahre empfehlen würden, dann ist das eben ganz klar der international als „You Were Never Really Here“ bekannte „A Beautiful Day“. Allen, die den Film damals im Kino verpasst und seitdem auch nicht nachgeholt haben, raten wir deshalb, spätestens jetzt mal einen Blick zu riskieren. Während der Film aktuell auch im Abo von Amazon Prime Video* gestreamt werden kann, verschwand er zuletzt aus den Händlerregalen. Am 27. Februar 2026 feiert der Film nun endlich sein Comeback auf Blu-ray. Bei JPC könnt ihr euch euer Exemplar bereits sichern, Amazon dürfte in Kürze nachziehen.
„A Beautiful Day“ bei JPC*
Darum geht’s in „A Beautiful Day“
Kriegsveteran und Ex-FBI-Agent Joe (Phoenix) verdient mittlerweile sein Geld damit, Frauen aus organisierten Sexringen zu befreien und Mädchenhändlern als Ein-Mann-Armee den Garaus zu machen. Und wenn der Preis stimmt, lässt er die Peiniger auch gerne mal ein wenig extra leiden.
Gleichzeitig ist der grobschlächtige Killer aber auch ein fürsorglicher Sohn, der sich liebevoll um seine senile Mutter kümmert. Doch als er eines Tages den Auftrag bekommt, die Tochter (Ekaterina Samsonov) von Senator Votto (Alex Manette) aus den Klauen skrupelloser Menschenschieber zu retten, wittert Joe eine Verschwörung, die sein ganzes Leben nicht nur verändern, sondern auch schon bald beenden könnte…
Ein Thriller-Highlight – brutal und doch völlig gechillt
Neben den starken Kritiken auf Bewertungsplattformen wie Rotten Tomatoes (89 Prozent) und Metacritic (84 von 100 Punkten) waren auch wir von FILMSTARTS begeistert von dem ebenso reduzierten wie kompromisslosen Genre-Reißer. So schreibt Chefredakteur Christoph Petersen in seiner Kritik zu „A Beautiful Day“ etwa:
Ein thematisch nur schwer erträgliches und auch vor brutaler Gewalt nicht zurückschreckendes, zugleich aber auch völlig gechilltes und radikal reduziertes Thriller-Mood-Piece mit einem gleichermaßen zurückgenommenen und absolut dominierenden Joaquin Phoenix als Rachegeist – als hätte ausgerechnet Jim Jarmusch einen vierten Teil der „Taken“-Reihe inszeniert.
Ebenso berührend wie fesselnd ist „A Beautiful Day“ für den Autor dieser Zeilen sogar der zweitbeste Film von 2018 (hinter „Roma“). Ein Film, der genau weiß, wie viel er zeigen will und was er besser im Dunkeln lässt, der mit seinen stylischen Bildern und seinem wortkargen Helden, mit dem man es sich besser nicht verscherzt, fast ein wenig an Nicolas Winding Refns „Drive“ erinnert – und der sich mit seinen knackigen, ungestreckten 90 Minuten unbeeindruckt von Hollywoods aktuellem Hang zur Überlänge zeigt. Es muss ja nicht jeder Film über zwei Stunden gehen.
Zuletzt stand Phoenix einmal mehr für „Beau Is Afraid“-Macher Ari Aster vor der Kamera. In unserem nachfolgenden Artikel erfahrt ihr jede Menge spannende Hintergründe zu „Eddington“ aus erster Hand:
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Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.