Bericht: Hamas will eigene Polizisten in Verwaltung eingliedern
Die radikal-islamische Hamas dringt darauf, ihre rund 10.000 Polizisten in die neue, von den USA unterstützte Verwaltung für den Gazastreifen einzugliedern. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Verweis auf vier mit den Vorgängen vertraute Personen. Zudem gehe aus einem Brief der Hamas-Führung an ihre Mitarbeiter hervor, dass die Organisation den Erhalt ihres Verwaltungsapparats anstrebt. Der Vorstoß dürfte den fragilen Friedensprozess belasten, da Israel eine Beteiligung der Hamas an der Macht strikt ablehnt und im US-initiierten Plan deren Entwaffnung vorgesehen ist.
In dem Schreiben, das Reuters vorliegt, fordert die Hamas-Regierung ihre mehr als 40.000 Beschäftigten und Sicherheitskräfte zur Kooperation mit dem neuen „Nationalen Komitee für die Verwaltung des Gazastreifens“ (NCAG) auf. Zugleich versichert die Führung ihren Angestellten, man arbeite intensiv daran, sie in die neue Regierungsstruktur zu integrieren. Dazu gehört den Insidern zufolge auch die Polizeitruppe, die in den von der Hamas kontrollierten Gebieten weiterhin patrouilliert. Massenentlassungen würden zu Chaos führen, hieß es zur Begründung.
Der Vorstoß offenbart die tiefen Gräben zwischen den Parteien bei der Umsetzung des Plans zur Beendigung des Konflikts. Nach einem im Oktober von US-Präsident Donald Trump vermittelten Waffenstillstand kontrolliert die Hamas noch immer knapp die Hälfte des Küstenstreifens. Der 20-Punkte-Plan der USA sieht vor, die Regierungsgewalt an das technokratische NCAG zu übergeben, das unter US-Aufsicht stehen und die Hamas explizit ausschließen soll.