
Bei der Deutschen Bank besteht ein Verdacht auf Geldwäsche: Die Justiz untersuchte Gebäude des Geldinstituts in Frankfurt am Main und Berlin. Beschuldigt werden demnach unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter.
Wegen des Verdachts der Geldwäsche durchsucht die Justiz Gebäude der Deutschen Bank in Frankfurt am Main und Berlin. Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte, werden unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses beschuldigt. Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen Frankfurt am Main führt die Ermittlungen gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA).
Die Deutsche Bank habe in der Vergangenheit Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften unterhalten, die im Verdacht stünden, „zum Zwecke der Geldwäsche eingesetzt worden zu sein“, hieß es. Zum Hintergrund der Geschäftsbeziehungen, den über die Deutsche Bank erfolgten Transaktionen und deren Umfang sowie zu den Gesellschaften selbst könnten aktuell keine Angaben gemacht werden. Bei den Durchsuchungen sollten nach Angaben der Ermittler zusätzliche Beweise gesichert werden.
Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte die Durchsuchungen. „Die Bank arbeitet vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns darüber hinaus nicht äußern“, hieß es. An der Börse gaben die Aktien der Deutschen Bank rund drei Prozent nach.
Medienbericht: Geldwäsche-Verdacht zu spät gemeldet
Die Süddeutsche Zeitung berichtete, dass die Durchsuchungen in Zusammenhang mit dem unter EU-Sanktionen stehenden russischen Oligarchen Roman Abramowitsch stünden. Nach Informationen der Zeitung soll die Deutsche Bank „eine oder mehrere Geldwäsche-Verdachtsmeldungen zu Firmen des Oligarchen verspätet an die Behörden abgegeben zu haben“.
Bereits in der Vergangenheit war der Deutschen Bank vorgeworfen worden, beim Thema Geldwäsche nicht genau genug hinzuschauen und Verdachtsanzeigen zu spät abzugeben. Ende April 2022 zum Beispiel durchsuchten Ermittler von Staatsanwaltschaft, BKA und die Finanzaufsicht Bafin die Zentrale der Bank in Frankfurt.
Die Bafin schickte der Bank zeitweise einen Sonderbeauftragten ins Haus, der Fortschritte beim Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung überwachen sollte. Er wurde Ende 2024 abgezogen.