Im Erzbistum Saint Paul und Minneapolis sind die Zahlen der Kirchenbesucher deutlich zurückgegangen. Viele „Latinos“ hätten wegen der Razzien der Einwanderungspolizei ICE Angst, das Haus zu verlassen.

Katholischer US-Migrationsexperte zu Minneapolis: Dialog und Reformen nötig

Robert J. Vitillo ist US-Amerikaner, katholischer Priester und Migrationsexperte. Der Berater beim vatikanischen Entwicklungs-Dikasterium war früher Generalsekretär der …

Das sagte Erzbischof Bernard Hebda dem katholischen Pressedienst sir. Auch reguläre Einwanderer mit Aufenthaltserlaubnis trauten sich im derzeitigen Klima nicht vor die Tür, Eltern ließen ihre Kinder nicht in die Schule gehen. „Das ist ein reales Leiden, das Familien, Schulen und Pfarreien in Mitleidenschaft zieht.“

Das Erzbistum setze alles daran, „die Menschen über ihre Rechte zu informieren und die Pfarreien zu ermutigen, für die Bedürftigen Nahrungsmittel und Windeln zu sammeln“. Pfarrer und Diakone sorgten vielfach dafür, dass die Kommunion zu Gefährdeten nach Hause gebracht werde.

Erzbischof Hebda

Erzbischof Hebda   (Tim Evans)

„Wir rufen auch dazu auf, für diejenigen zu beten, die die Verantwortung haben, das Gesetz anzuwenden“

Natürlich habe ein Staat „das Recht, seine eigenen Grenzen zu schützen“, betont Hebda. Und genauso unstrittig sei, dass Behörden Respekt verdienten. „Wir rufen auch dazu auf, für diejenigen zu beten, die die Verantwortung haben, das Gesetz anzuwenden.“ Auf die Dauer führe nichts an einer „umfassenden Reform des Einwanderungsrechts“ vorbei. In diesem Geist arbeiteten die sechs Bischöfe im Bundesstaat Minnesota schon jetzt mit den Behörden zusammen. Katholiken sollten dafür sorgen, „dass ihre Stimme in der Öffentlichkeit gehört wird“.

Konkrete Vorschläge für Reform der Einwanderungspolitik

Auf die Frage, welche Kriterien eine neue Einwanderungspolitik haben sollte, versetzte der Erzbischof: „Einerseits Grenzschutz, Unterbindung von Menschenhandel und die Regulierung des Migrantenstroms. Andererseits ein legaler Status für die, die seit ein paar Jahren schon in den USA leben und nachweisen können, dass sie dort Wurzeln geschlagen, zur Gemeinschaft beigetragen und den Willen haben, das Gesetz zu respektieren.“ Wichtig seien außerdem Familienzusammenführung und ein Vermeiden des Auseinanderreißens von Familien.

(sir – sk)