„Top-Technik“
Dieses Diagnosegerät hat in ganz Deutschland nur die MHH
28.01.2026 – 15:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Blick von hinten in die Röhre: Wirtschaftsminister Falko Mohrs simuliert einen Patienten. (Quelle: IMAGO/Bernhard Herrmann)
Das erste Total-Body-PET/CT-System Deutschlands steht neuerdings in der MHH. Die moderne Bildgebungstechnologie soll für die Medizin „bahnbrechend“ sein.
Es ist das erste Gerät in Deutschland, das vierte weltweit: Die Klinik für Nuklearmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat ein sogenanntes Total-Body-PET/CT-System in Betrieb genommen.
„Wir können mit einer Aufnahme dreidimensionale Bilder des menschlichen Körpers vom Scheitel bis zum Oberschenkel erstellen“, sagt Prof. Dr. Sibylle Ziegler von der MHH. Große Vorteile seien neben der genauen Darstellung, dass das Gerät schneller und strahlungsärmer arbeiten soll.
Die PET/CT-Technik ist ein wichtiger Bestandteil der onkologischen, immunologischen, kardiologischen und neurologischen Diagnostik. Bei dieser Technik werden zwei Bildgebungsverfahren miteinander kombiniert: die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) und die Computertomografie (CT). Funktionelle und anatomische Informationen würden so zusammengebracht.
„Das heißt, wir erfassen die molekularen Prozesse in nahezu dem ganzen Körper gleichzeitig“, erklärt Professorin Ziegler. Dies ermögliche eine Betrachtung des Körpers als Gesamtsystem und sei etwa wichtig bei der Darstellung von verstreuten Metastasen. Tumore oder auch Entzündungen könnten genau lokalisiert werden. Die herkömmliche PET/CT-Anlage der Klinik für Nuklearmedizin kann nur ein Sichtfeld von etwa 25 Zentimetern erfassen, das neue Gerät hat ein Sichtfeld von bis zu 150 Zentimeter.
Das Total-Body-PET/CT-System ist das erste seiner Art in Deutschland und das vierte weltweit. Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs besuchte die MHH zum Start der Anlage. Er erklärte, Niedersachsen werde mit dem neuen Gerät seine Rolle in der Nuklearmedizin weiter ausbauen. „Das Gerät öffnet auch neue Möglichkeiten in der Erforschung bestimmter Krankheiten und ihrer Zusammenhänge“, sagte er. „Zudem profitieren die medizinischen Nachwuchskräfte von dieser bahnbrechenden Infrastruktur, die von Beginn an auf dem neuesten Stand der Technik arbeiten können.“
„Die Möglichkeit, molekulare Vorgänge zeitgleich im fast ganzen Körper darzustellen, bringt die bildgebende Diagnostik nach vorn“, heißt es in einer Pressemitteilung der MHH. So könne nun der Erfolg einer Krebstherapie früher und besser erkannt und die Therapie genauer angepasst werden. Das Team der Klinik wird an dem neuen Total-Body-PET/CT mehr Patientinnen und Patienten pro Tag untersuchen können. Die neue „Top-Technik“, wie die MHH sie nennt, gebe zudem Forschenden zahlreicher Fachrichtungen neue Möglichkeiten.
