28.01.2026

Der Karlsruher SC im Fokus

Eine unbeständige Hinrunde liegt hinter dem Karlsruher SC. Zwar überwinterte der KSC auf Rang neun, der Vorsprung auf den Relegationsplatz betrug jedoch nur fünf Punkte. In der dicht gestaffelten Liga hat sich die Eichner-Elf, die zuletzt regelmäßig zur oberen Tabellenhälfte zählte, mit vier Punkten aus zwei Rückrundenpartien zunächst auf Platz acht vorgearbeitet und damit einen sehr ordentlichen Start ins Jahr 2026 geschafft. 

Wissenswertes

  • Schießbude, oder doch nicht?: Der KSC lässt von allen Zweitligisten die meisten gegnerischen Torschüsse zu. 311 Versuche können die Gegner zusammengerechnet bisher schon verzeichnen – die Löwen liegen unterdessen in dieser Statistik auf Platz 10 (258). Trotzdem lief es für Karlsruhe besser als befürchtet: Nach den erwarteten Toren (xGoals) der Gegner hätten sie eigentlich mehr Treffer (38,15) kassieren müssen, tatsächlich waren es aber bis dato 35.
  • Und vorbei ist er!: Die Gäste aus dem Badener Land weisen vor allem im Eins-gegen-Eins eine starke Quote auf. Satte 71,9 Prozent ihrer Dribblings enden erfolgreich. Das ist ligaweit die höchste Prozentquote. Auf der anderen Seite geht auch nur der SV Darmstadt 98 (106-mal) weniger ins Dribbling als die Karlsruher (114-mal).
  • Leichtes Übergewicht: Der KSC ist in der Offensive im Angriff durchaus einseitig unterwegs. Gleich 43 Prozent ihrer Eintritte in die gegnerische Hälfte beging die Eichner-Elf über die linke Außenbahn. So fielen dementsprechend auch stolze 41 Prozent ihrer Treffer über diese Seite. 

Unter Beobachtung

  • Marvin Wanitzek: Es dürfte nicht ganz so überraschen, dass der mittlerweile 32-Jährige mal wieder einer der Unterschiedsspieler beim KSC ist. Seit 2017 trägt Wanitzek das Trikot der Karlsruher und ist dabei jährlich einer der Top-Scorer. Er macht das Team besser und traf in der Liga bereits sieben Mal und legte drei weitere Tore auf. Bestwert im Kader.
  • Louey Ben Farhat: Kometenhaft war sein Aufstieg im vergangenen Jahr, doch die Entwicklung wurde in der Hinrunde zunächst gestoppt. Gegen die Eintracht brach sich der erst 19-jährige Angreifer am dritten Spieltag den Mittelfuß und verpasst in der Folge die Hinrunde. Nun ist Ben Farhat zurück und stand in beiden Rückrundenspielen in der Startelf. Mit dem Youngster ist wieder zu rechnen.
  • Stephan Ambrosius: Rückkehrer Ambrosius ist der bisher einzige Winterneuzugang des KSC. Der Innenverteidiger spielte bereits in der Saison 2022/2023 leihweise für die Baden-Württemberger und wird dies nun bis zum Sommer erneut tun. Ambrosius steht eigentlich in der Schweiz beim FC St. Gallen unter Vertrag und wurde in beiden Rückrundenpartien jeweils für die letzte Minute eingewechselt. Er erweitert die Optionen von Trainer Christian Eichner in der zentralen Abwehrreihe. 

Die Lage

Wie bereits thematisiert ist der Karlsruher SC ordentlich ins neue Jahr gestartet. Auf einen wichtigen 2:0-Auswärtssieg beim SC Preußen Münster folgte zuletzt ein 2:2 gegen Aufstiegsaspirant Hertha BSC. Nach einer turbulenten und insgesamt eher unruhigen Hinrunde – deren Höhepunkt die Freistellung des langjährigen Co-Trainers Zlatan Bajramović bildete – scheinen die Mannen von Cheftrainer Christian Eichner den sportlichen Fokus nicht verloren zu haben.
In der engen Liga ist das auch dringend nötig. Zwar rangiert der KSC aktuell auf Platz acht, doch der Abstand nach oben wie nach unten verdeutlicht die Brisanz der Situation: Zehn Punkte fehlen auf Rang drei, lediglich sechs trennen die Badener von Platz 16. Das enge Tabellenfeld lässt kaum Raum für Sicherheit – selbst eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte bietet keine Garantien.
Christian Eichner gilt als Mahner, der auch unbequeme Wahrheiten anspricht und den Finger in die Wunde legt. Mit vier Punkten zum Jahresstart dürfte jedoch auch er zufrieden sein.

Letzte Begegnung

Am 23. August 2025 gastierte die Eintracht im Wildpark und musste sich den Hausherren am Ende mit 0:2 geschlagen geben. Dabei zeigten die Löwen über weite Strecken einen ordentlichen Auftritt. Nach dem Führungstreffer durch Roko Šimić erspielte sich Blau-Gelb mehrere gute Möglichkeiten zum Ausgleich, ließ diese jedoch ungenutzt. Stattdessen machte Fabian Schleusener mit dem zweiten Treffer alles klar und besiegelte die Niederlage der Eintracht.
Überschattet wurde die Partie von einem rüden Foulspiel von Nicolai Rapp an Lino Tempelmann, das für den blau-gelben Mittelfeldmann eine mehrwöchige Verletzungspause nach sich zog. So blieb am Ende ein gebrauchter Tag für die Eintracht, die sich trotz einer insgesamt ansprechenden Leistung nicht belohnen konnte und erstmals nach zwei Siegen zum Saisonauftakt verlor.