Beim Betreten des Belvedere 21 wird schnell klar: Die erste Österreich-Schau von Sandra Mujinga will nicht nur betrachtet, sondern erlebt werden. Die norwegisch-kongolesische Künstlerin hat den Raum für ihre Ausstellung „Skin to Skin“ (ab 29. Jänner) mit einer monumentalen Installation aus Skulptur, Sound und Spiegelungen in Besitz genommen.

Im Zentrum stehen 55 überlebensgroße Figuren, dicht beieinander gruppiert. In schwere Stoffe gehüllt, wirken sie wie Wesen aus einer anderen Zeit oder einer möglichen Zukunft. Ihre Körper sind verhüllt, anonymisiert, vervielfältigt – und doch strahlen sie eine starke Präsenz aus. Man bewegt sich zwischen ihnen hindurch, hört die Klänge, sieht sich selbst in Spiegelungen wieder und wird Teil der Werke.

Künstlerin Sandra Mujinga wird hier Teil ihrer raumfüllenden Installation.

Künstlerin Sandra Mujinga wird hier Teil ihrer raumfüllenden Installation.

Helmut Graf

Manche verschwinden, andere zeigen sich

Mujinga beschäftigt sich in ihrer Arbeit „mit der Sichtbarkeit Schwarzer Körper im öffentlichen Raum“ und will auch in ihrer Wien-Schau grundlegende Fragen stellen: Wer ist sichtbar, wer verschwindet und wie können sich Körper und Identitäten jenseits fester Zuschreibungen behaupten? So setzt die Künstlerin auf die bewusste Wiederholung und Camouflage bei ihren Figuren, um mit gewohnten Vorstellungen von Individualität zu brechen.

„Sie verhandelt Fragen von Sichtbarkeit, Identität und technologisch geprägten Machtverhältnissen mit beeindruckender künstlerischer Präzision. Ihr Werk berührt zentrale Debatten unserer Gegenwart – von Repräsentationspolitiken bis zu digitaler Erfassung“, freut sich Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere.

{title && {title} } red, {title && {title} } 28.01.2026, 16:11